Schering Betriebsbedingte Kündigungen möglich

Das Sparprogramm „Focus“ sieht vor, noch bis Ende des kommenden Jahres bei Schering 950 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Betroffen sind die Standorte Bergkamen und Berlin.

Berlin - Der Pharma-Konzern Schering  will in Deutschland bis Ende 2005 noch rund 950 Stellen abbauen. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, der bereits angekündigte Abbau von insgesamt bis zu 2000 Arbeitsplätzen weltweit betreffe zudem rund 300 Jobs im Ausland. Von den bis zu 2000 Stellen seien bereits bis zum Ende des dritten Geschäftsquartals dieses Jahres 600 abgebaut worden. Darunter seien auch Jobs in Deutschland gewesen.

In Deutschland fallen den Angaben zufolge am Produktionsstandort Bergkamen 700 und in Berlin 250 Stellen weg. Dieser Personalabbau sei bereits zur Hälfte sozialverträglich abgesichert. "Am Standort Bergkamen werden wir aber betriebsbedingte Kündigungen voraussichtlich nicht vermeiden können, weil wir im Bereich der Wirkstoffproduktion für Dritte einer stark gesunkenen Nachfrage und erhöhtem Kostendruck begegnen müssen", erklärte Finanz- und Personalvorstand Jörg Spiekerkötter.

Er betonte, die Entscheidung über den Abbau von Arbeitsplätzen sei dem Unternehmen nicht leicht gefallen. "Wir müssen aber alles tun, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu erhalten und damit die verbleibenden Arbeitsplätze abzusichern."

Der Stellenabbau ist Teil eines Unternehmensprogramms Namens "Focus", über das mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen bereits Gespräche aufgenommen worden seien. "Im Bereich Produktion wird damit insbesondere dem erhöhten Kostendruck durch europäische und internationale Wettbewerber Rechnung getragen, der es erforderlich macht, sich auf renditestarke Kerngebiete der Wirkstoffproduktion zu konzentrieren", teilte das Unternehmen mit.

Das Programm umfasst zudem eine Überprüfung der strategischen Ausrichtung, der operativen Geschäftsabläufe sowie der Organisationsstruktur des Unternehmens. Dieses Programm wird nach Einschätzung des Unternehmens zu Einmalaufwendungen von etwa 70 Millionen Euro - verteilt auf die Jahre 2004 und 2005 - führen.

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