Kreditkarten Klage gegen "das Kartell"

Der Kreditkartenkonzern American Express hat Visa und MasterCard sowie acht große Mitgliedsbanken der beiden Konkurrenten, darunter J.P. Morgan und Bank of America, auf Schadenersatz verklagt. Mit illegalen Praktiken, so der Vorwurf, hätten die Beklagten den Wettbewerb behindert.

New York - Wie American Express mitteilte, wirft das Unternehmen den Konkurrenten illegale und den Wettbewerb behindernde Geschäftspraktiken vor. Das Unternehmen stellte keine konkreten Forderungen, gab aber zu verstehen, dass es Schadenersatz in Milliardenhöhe verlangen könnte.

Zu den verklagten Großbanken gehören unter anderen die J.P. Morgan Chase, die Bank of America , Capital One Financial, Wells Fargo und USA Federal Savings Bank.

Es geht um bereits von einem anderen Gericht für illegal erklärte Praktiken von Visa und MasterCard, die jahrelang verhinderten, dass American Express und Discover Financial Services, eine Sparte von Morgan Stanley, ins lukrative US-Geschäft mit den von amerikanischen Banken ausgegebenen Kreditkarten einsteigen konnten.

Discover hatte Visa und MasterCard bereits unmittelbar nach der Gerichtsentscheidung Anfang Oktober auf Schadenersatz verklagt.

80 Prozent für Visa und MasterCard

Visa und MasterCard hatten bei ausstehenden Kreditkartenforderungen in der ersten Jahreshälfte einen Anteil von mehr als 80 Prozent, während es American Express nach einem früheren Bericht der "New York Times" nur auf neun Prozent und Discover auf sieben Prozent brachten.

Jetzt geht es nach Angaben von American Express um die Feststellung der Schadenssumme. Die beiden Kartenorganisationen handelten nach Darstellung des Konzernchefs von American Express, Kenneth I. Chenault, "als Kartell". "Banken, die Interesse gezeigt hatten, mit uns zu arbeiten, wurden daran gehindert ehe sie beginnen konnten", erklärte er.

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