KarstadtQuelle Drei Jahre Kredit

Der 1,75-Milliarden-Euro-Kredit für das angeschlagene Unternehmen ist bis 2007 gesichert. Die kleineren Gläubiger des Versand- und Warenhauskonzerns haben ihren Widerstand gegen die Verlängerung der bestehenden Kreditlinie aufgegeben. Gleichzeitig gibt es Gegenwind aus den USA.

Düsseldorf - Der angeschlagene Handelskonzern KarstadtQuelle  hat eine prinzipielle Einigung mit den Banken über seine langfristige Finanzierung erzielt. Nur letzte Details sind nach Unternehmensangaben noch offen. "Ich gehe davon aus, dass einer Unterschrift nichts mehr im Wege steht", sagte ein KarstadtQuelle-Konzernsprecher am Mittwoch: "Es sind nur noch Formalien zu regeln." In Kreisen des Unternehmens wurde damit gerechnet, dass die formelle Einigung mit den Instituten am Donnerstag mitgeteilt werden könne.

Zuvor hatten zwei kleinere, bislang skeptische Kreditgeber eingelenkt. Die NordLB, die in der Vergangenheit Bedenken geltend gemacht hatte, erklärte, sie werde dem Plan nicht im Wege stehen. Auch die bislang zurückhaltende Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) erklärte, sie wolle bei der Kreditzusage mitziehen, wenn auch die anderen Institute dies täten. In Bankenkreisen hatte es bereits am Dienstag geheißen, eine Einigung mit dem 16 Banken umfassenden kreditgebenden Konsortium sei greifbar nahe. Die Verhandlungen sollten am Donnerstag abgeschlossen werden.

Die KarstadtQuelle-Aktie notierte am Nachmittag mit einem Plus von 2,40 Prozent bei 10,22 Euro.

Mit dem zwischen den Banken und dem Konzern diskutierten Konzept soll die langfristige Finanzierung von KarstadtQuelle im Volumen von 1,75 Milliarden Euro sichergestellt werden. Bislang ist durch die Banken nur die Finanzierung bis zum Jahresende gewährleistet. Eine rasche Vereinbarung über eine Kreditlinie für die kommenden drei Jahre ist von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung von KarstadtQuelle, denn die Aktionäre des Konzerns sollen am Montag über eine ebenfalls zur Sanierung nötige Kapitalerhöhung in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro entscheiden. Branchenkreisen zufolge verhandelt der Konzern zudem mit weiteren möglichen Geldgebern, um neuen Spielraum für die finanzielle Zukunft von KarstadtQuelle zu bekommen.

Rückendeckung für sein Sanierungskonzept hatte der Konzern bereits in der vergangenen Woche von der Unternehmensberatung Roland Berger erhalten. Ein von den Karstadt-Gläubigerbanken angeregtes Gutachten sehe den Konzern "auf dem richtigen Weg", hatte Karstadt mitgeteilt. Unter anderem sieht das Konzept den Verkauf von 77 der insgesamt 181 Warenhäuser sowie die Veräußerung aller 305 Fachgeschäfte vor.

Bei den Verhandlungen hätten sich in den vergangenen Tagen sowohl die NordLB als auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) quer gestellt. Aber nun zeichnet sich laut Bericht wenige Tage vor Ende der Frist eine Einigung ab.

Abstufung von Goldman Sachs

Unterdessen haben die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs (GS) die Aktie von KarstadtQuelle auf "Underperformer" herabgestuft. Die Analysten halten es für "weniger wahrscheinlich", dass es in 2004 weitere Meldungen über zusätzliche Unternehmensabspaltungen bei Karstadt-Quelle geben wird.

Zudem sei die finanzielle Situation des Konzerns weiterhin "bedenklich". Es werde mit weiterer Verwässerung für die Aktionäre in 2005 gerechnet. Die Aktie von KarstadtQuelle  geriet daraufhin deutlich unter Druck.

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