Vorstandsgehälter Wie viele Volkswagen verdienen sie?

Ab 2005 sollen die Geschäftsberichte von Volkswagen die Gehälter der Vorstände und Aufsichtsräte getrennt ausweisen. Interessante Details zur bereits verabredeten Nullrunde bei den Vorstandsbezügen werden damit öffentlich.

Wolfsburg - Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2005 wird die entsprechenden Angaben für alle Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder erstmals genau auflisten. Schon im kommenden Geschäftsbericht für das Jahr 2004 werden allerdings die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden sowie des Aufsichtsratsvorsitzenden individualisiert ausgewiesen.

"Wir haben diesen Punkt intensiv diskutiert und beschlossen, zukünftig dem Corporate Governance Kodex auch in diesem Punkt zu entsprechen", sagte Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder.

Bisher gilt als Faustregel, dass die Summe der Vorstandsbezüge gleichmäßig auf die Vorstände verteilt wird, wobei der Vorsitzende in etwa das doppelte Gehalt seiner Kollegen bekommt. Aktionäre und Mitarbeiter konnten damit grobe Richtwerte ermitteln - die Details der Vergütung aller Kollegen blieben aber selbst den Vorständen verborgen.

So dürfte bei VW die Antwort auf die Frage interessant sein, ob der von DaimlerChrysler neu hinzugestoßene Vorstand Wolfgang Bernhard in den Gehaltsverhandlungen bereits einen Zuschlag als Ausgleich für die zwischen Vorstand und Aufsichtsrat verabredete Nullrunde vereinbart hat.

Zuletzt hatte der Siemens-Konzern mitgeteilt, die Gehälter seiner Führungskräfte künftig einzeln auszuweisen.

Bereits jetzt sind die Firmen durch Richtlinien für eine gute Unternehmensführung verpflichtet, die Vorstandsbezüge transparent zu machen. Der Corporate Governance Kodex, den eine Expertenkommission um ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme im Auftrag der Bundesregierung 2002 vorlegte, sieht vor, die Bezüge jedes Mitglieds von Vorstand und Aufsichtsrat einzeln und auch mit variablen Teilen aufzuführen.

Daran hält sich jedoch bisher nur eine Minderheit der 30 Dax-Unternehmen. Eine Sanktion ist im Aktienrecht nicht vorgesehen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte aber gedroht, die Pflicht zur Veröffentlichung der einzelnen Bezüge notfalls per Gesetz zu regeln.