KarstadtQuelle 500 Millionen Euro als Puffer

Der angeschlagene KarstadtQuelle-Konzern verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit mehreren Geldgebern über eine zusätzliche Finanzspritze von rund 500 Millionen Euro. Der Vorstand benötige die Mittel als zusätzlichen "Puffer", der den Druck auf das Unternehmen reduzieren soll.

Hamburg/Essen - Zusätzlich zu der Verlängerung der Kreditlinie im Volumen von 1,75 Milliarden Euro, hoffe die Karstadt-Führung um Christoph Achenbach auf weitere 500 Millionen Euro als "Puffer", schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Ein KarstadtQuelle-Sprecher wollte den Bericht am Samstag nicht kommentieren.

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 22. November soll eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro beschlossen werden. Die Verlängerung der Kredite von 1,75 Milliarden Euro über das Jahresende hinaus für drei Jahre gilt dafür als wichtige Voraussetzung. In der Einladung zur Hauptversammlung ist von einem Refinanzierungskonzept im Volumen von "mindestens 2,25 Milliarden Euro" die Rede.

Gespräche über die zusätzliche Finanzierung liefen mit den Investmentbanken Barclays und Goldman Sachs aber auch mit weiteren potenziellen Geldgebern, hieß es in der Zeitung weiter. Sollte der KarstadtQuelle-Vorstand die zusätzlichen Mittel erhalten, müssten Randaktivitäten wie die Logistiksparte und die Einzelhandelsketten Sinn-Leffers, Runner's Point oder Wehmeyer nicht unter Druck verkauft werden. Das Konzerneigenkapital von KarstadtQuelle  war in den vergangenen Monaten drastisch zusammengeschmolzen.

KarstadtQuelle will mit einem radikalen Sparprogramm und dem Verkauf von Unternehmensteilen die Existenzkrise überstehen. Unter anderem sollen 77 kleinere Warenhäuser ausgelagert und verkauft werden. Die Beschäftigten stimmten für die nächsten drei Jahre empfindlichen Lohneinbußen und dem Abbau von 5500 der rund 100.000 Stellen zu. Dadurch sollen 760 Millionen Euro eingespart werden.

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