Volkswagen Weniger Geld für Wolfsburg

Trotz der Einigung zwischen Volkswagen-Vorstand und Mitarbeitern über eine Beschäftigungssicherung bis 2011 spart Volkswagen immer mehr am Stammwerk Wolfsburg. Über massive Investitionskürzungen befindet der Aufsichtsrat am Freitag.

Wolfsburg - Die Nachricht von einer erneuten Investitionskürzung verlautete am Donnerstag im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung aus Finanzkreisen. Über die Höhe gab es zunächst keine Angaben.

Zur Investitions-Planung hatte Volkswagen aber bereits im Oktober angekündigt, in seinem Werk Wolfsburg in den kommenden Jahren weniger zu investieren als ursprünglich geplant. "Die Summe ist deutlich geringer als bei der letzten Runde", hatte der Wolfsburger Werksleiter Dietmar Korzekwa damals der VW-Mitarbeiterzeitschrift "Autogramm" gesagt. Für die "Planungsrunde 53" bis 2009 seien für das Zentralwerk 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. Vorher war von 1,9 Milliarden Euro die Rede gewesen. Für den vorangegangenen Planungszeitraum bis 2008 waren den "Wolfsburger Nachrichten" zufolge noch 3,7 Milliarden Euro veranschlagt.

Im November 2003 hatte der Aufsichtsrat eine Fünf-Jahres-Planung beschlossen, nach der die Investitionen bis 2008 um 11 Prozent auf insgesamt 41,6 Milliarden Euro zurückgefahren werden.

Neben der neuen Investitions-Planung soll der VW-Aufsichtsrat an diesem Freitag außerdem der Verpflichtung des früheren DaimlerChrysler-Vorstands Wolfgang Bernhard zustimmen. Bernhard soll zum 1. Februar 2005 zunächst VW-Vorstand ohne Geschäftsbereich werden. Spätestens zum 1. Januar 2006 soll er dann die Führung der Marke Volkswagen übernehmen.

Zu einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über eine Verkleinerung des Vorstandes sagte ein VW-Sprecher am Donnerstag, VW nehme zu Personalspekulationen keine Stellung. Dem Bericht zufolge sind die Tage von Folker Weißgerber und Jens Neumann als Vorstandsmitglieder bei VW gezählt.

Bereits am Mittwochabend hatte VW bekannt gegeben, zum 29. November die Preise in Deutschland für alle Modelle der Marke VW um 0,7 Prozent anzuheben. Wie ein Sprecher am Donnerstag sagte, kostet die Grundversion des Golf V statt 15 220 Euro künftig 15 325 Euro.

Das VW-Konzernergebnis nach Steuern war in den ersten neun Monaten 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Hauptgründe sind Absatzprobleme vor allem auf den wichtigen Märkten Deutschland und USA sowie die ungünstige Wechselkurssituation wegen des starken Euro.

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