Risikokapital Blackstone schnappt sich Gerresheimer

Weil sie den Verpackungshersteller Gerresheimer Glas zurzeit nicht gewinnbringend an die Börse bringen können, wollten die Besitzer eigentlich an die Risikokapitalgesellschaft Apax verkaufen. Doch am Ende zahlte Konkurrent Blackstone den höheren Preis.

Düsseldorf - Die US-Investmentgesellschaft Blackstone hat den Düsseldorfer Spezialverpackungshersteller Gerresheimer Glas erworben. Ein entsprechender Vertrag sei mit den derzeitigen Eigentümern Investcorp und JP Morgan abgeschlossen worden, ließ das Unternehmen am Donnerstag verlauten.

Zwar nannte keines der beteiligten Unternehmen einen Kaufpreis. Bereits vorab hatte allerdings die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, der Kaufpreis liege einschließlich übernommener Bankverpflichtungen und Pensionsschulden bei über 600 Millionen Euro. Der Jahresumsatz gibt Gerresheimer Glas mit Investcorp und JP Morgan hatten Gerresheimer Glas im Jahr 2000 vom E.on-Vorläufer Viag gekauft. Sie hatten zwischendurch erwogen, das Unternehmen an der Börse zu verkaufen. Wegen des schwachen Umfelds entschieden sie später, Gerresheimer an andere Finanzinvestoren weiterzureichen.

Ein bereits weit gediehener Vertrag mit dem Risikoinvestor Apax scheiterte dem Vernehmen nach daran, dass sich die Vorstellungen über den Kaufpreis im Laufe der Verhandlungen auseinander entwickelt hätten. Der zuvor bereits ausgeschiedene Bieter Blackstone kam damit wieder ins Geschäft.

Das 1864 gegründete Unternehmen stellt Spezialverpackungen für Arzneimittel- und Kosmetikhersteller her. Aus der Massenglasherstellung hat sich Gerresheimer zurückgezogen.

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