Rheinmetall Gute Geschäfte mit Autos und Panzern

Der Rüstungskonzern hat dank starker Zuwächse in der Automobilzulieferung den Gewinn deutlich gesteigert. Der Automotive-Bereich Kolbenschmidt Pierburg erweist sich erneut als Ertragsperle. Doch auch der Defence-Bereich kann auf einen Milliardenauftrag hoffen.

Düsseldorf - Den Ausblick für das laufende Jahr hat der Konzern am Donnerstag bestätigt. "Die erfolgreich abgeschlossene Restrukturierung und fortlaufende Programme zur Effizienz- und Wertsteigerung zahlen sich aus", hieß es. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen an, Aktien zurückkaufen zu wollen Die Aktie von Rheinmetall  setzte sich nach Veröffentlichung der Zahlen an die Spitze des MDax .

In den Monaten Januar bis September steigerte das Unternehmen den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 79 auf 136 Millionen Euro und übertraf damit die Expertenschätzungen deutlich.

Der Umsatz sank wegen des kleineren Konsolidierungskreises von 3,102 auf 2,403 Milliarden Euro. Der Konzern hat seit dem vergangenen Jahr einige Unternehmensteile verkauft. Um diese Veränderungen und Währungseffekte bereinigt stieg der Umsatz um 4 Prozent.

Ausblick: Umsatz von 3,5 Milliarden Euro erwartet

Dank eines um sechs Millionen Euro verbesserten Zinsergebnisses legte das Vorsteuerergebnis (EBT) von Rheinmetall um 63 Millionen auf 87 Millionen Euro zu.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2004 rechnet Rheinmetall unter Berücksichtigung der neuen Struktur weiterhin mit einem Umsatzvolumen von rund 3,5 Milliarden Euro. Der Konzern bestätigte zudem, im laufenden Jahr die EBIT-Rendite zu verbessern. "Erstmals werden alle neun Geschäftsbereiche von Automotive und Defence einen positiven Ergebnisbeitrag leisten", hieß es in der Mitteilung.

Automotive-Bereich wichtigster Ertragsbringer

Motor der Ertragssteigerung war in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erneut der Unternehmensbereich Automotive (Kolbenschmidt Pierburg). Hier kletterte das EBIT im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 70 Prozent auf 108 Millionen Euro.

Der Umsatz wuchs organisch um 5,1 Prozent auf 1,462 Milliarden Euro. Kolbenschmidt Pierburg habe sich erneut als "Ertragsperle" erwiesen, schrieben die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz am Donnerstag in einer Studie.

Milliardenauftrag für Schützenpanzer erwartet

Die Sparte Defence (Rheinmetall DeTec) verbesserte ihr EBIT von 21 auf 23 Millionen Euro. Der Umsatz in dieser Sparte stieg unter Berücksichtigung der Struktureffekte um 1,7 Prozent auf 853 Millionen Euro. Das vierte Quartal ist in der Rüstungssparte üblicherweise das umsatzstärkste: Rheinmetall DeTec soll in dem Zeitraum 40 Prozent des geplanten Jahresumsatzes realisieren und "aller Voraussicht nach strategisch wichtige Großprojekte in die Bücher nehmen können".

Der Geschäftsbereich Landsysteme erwarte bis zum Jahresende den Auftrag für den neuen Schützenpanzer Puma der Bundeswehr.

Die "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) hatte berichtet, Rheinmettal und Krauss-Maffei stünden vor einem der größten Aufträge ihrer Geschichte, weil der Haushaltsauschuss Anfang oder Mitte Dezember grünes Licht für den Bau des neuen Schützenpanzers geben werde. Für 410 neue Panzer sollen nach Zeitungsangaben insgesamt 3,05 Milliarden Euro investiert werden. Der Haushaltsauschuss entscheide zunächst über die Vorserie und die Grundausstattung in einem Umfang von 360 Millionen Euro, schreibt das Blatt. Die restlichen 405 Puma müssten bis Ende 2007 bestellt werden.

Laut Aussagen aus dem Verteidigungsministerium können die beiden Firmen jedoch noch nicht endgültig mit dem Milliardenauftrag für den Schützenpanzer Puma rechnen. In der gestrigen Sitzung des Haushaltsausschuss sei keine Vorlage zu diesem Thema behandelt worden, sagte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage.

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