Opel Rüsselsheim soll die größten Opfer bringen

Vorstand und Betriebsrat verhandeln über die Sanierungspläne der Konzernmutter General Motors. Obwohl sich die Parteien darauf geeinigt hatten, keine Details der Gespräche preiszugeben, sickerten Zahlen durch: In Rüsselsheim stehen angeblich 4400 Jobs auf der Kippe, in Bochum 4100.

Rüsselsheim - Die meisten Stellen sollten den bisherigen Plänen zufolge bis Ende 2005 wegfallen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In einigen Bereichen solle der Abbau sanfter erfolgen und je nach Tätigkeit und Modellwechsel bis etwa 2008 dauern. Zugleich werde die Umfirmierung der Adam Opel AG in eine GmbH vorbereitet. Der Umfang des Stellenabbaus sei allerdings Bestandteil der Verhandlungen bei Opel und könnte sich noch ändern.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Vortag über Sparpläne für den Standort Rüsselsheim berichtet. Im dortigen Entwicklungszentrum sollten rund 1600 der 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Im Stammwerk soll die Nachtschicht mit 1600 Stellen komplett entfallen. In Zukunft sei Rüsselsheim nur noch für die Plattformen aller Mittelklasse-Pkw des Mutterkonzerns GM zuständig. Der kompakte Astra würden in Detroit und der Kleinwagen Corsa bei der südkoreanischen GM-Tochter Daewoo weiterentwickelt.

"Verantwortungslose Spekulationen"

Opel hatte die Berichte als "verantwortungslose Spekulationen" zurückgewiesen. Insgesamt will GM  seine Kosten in Europa um rund 500 Millionen Euro senken und dazu über 12.000 Arbeitsplätze abbauen, davon rund 10.000 in Deutschland.

Bei Opel kann nach Expertenansicht die Hälfte der 10.000 bedrohten Arbeitplätze durch Lohnverzicht und Rückkehr zur 40-Stunden-Woche gerettet werden. So schlägt der Lehrstuhlinhaber für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer, in der "Bild"-Zeitung vor, die Wochenarbeitszeit der Opel-Mitarbeiter ohne Lohnausgleich auf 40 Stunden anzuheben. Zudem hält er Einschnitte bei Sonderzahlungen für notwendig. "Der Konzern würde ein Viertel der Lohnkosten sparen, wenn wieder 40 Stunden pro Woche gearbeitet und Schichtzuschläge sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld reduziert würden."

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