Philips Kürzungen in Hamburg geplant

Weil das Geschäft mit den Chips schwächelt, will nun auch die Halbleiter-Sparte des Elektronik-Konzerns Philips drastische Kürzungen bei den Lohnkosten vornehmen. Mitarbeitern droht eine 42-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Weihnachts- und Urlaubsgeld sollen entfallen.

Hamburg - Philips will mit Arbeitszeitverlängerungen an den Halbleiterstandorten Hamburg und Böblingen die Arbeitskosten um bis zu 25 Prozent senken. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte damit einen Bericht der "Hamburger Morgenpost" (Freitagausgabe). Derzeit verhandele die Deutschland-Tochter der Royal Philips Electronics NV, Eindhoven, mit der IG Metall und dem Betriebsrat der Philips Semiconductor GmbH über eine Ausweitung der Jahresarbeitszeit ohne Lohnausgleich.

Ziel sei es, die Arbeitskosten in der Produktion um 25 Prozent zu senken, was einer Wochenarbeitszeit von 42 Stunden entspräche. In der Verwaltung sollen den Angaben zufolge die Arbeitskosten um 20 Prozent (entspricht 40 Stunden Wochenarbeitszeit) reduziert werden. Derzeit gilt für die Beschäftigten der IG-Metall-Tarifvertrag mit 35 Stunden Wochenarbeitszeit.

Zudem will das Unternehmen das Weihnachts- und Urlaubsgeld streichen und durch eine "ergebnisorientierte Gewinnbeteiligung" ersetzen. Über das Volumen der geplanten Einsparungen machte die Sprecherin keine Angaben. Philips will der Sprecherin zu Folge mit den Einsparungen "mittel- und langfristig die Standorte Hamburg und Böblingen sichern".

Von den Maßnahmen betroffen sind die 3.000 tariflich Beschäftigten. Insgesamt beschäftigt Philips an den beiden Standorten 3.400 Mitarbeiter. Der Unternehmenssprecherin zufolge sollen auch die außertariflich Beschäftigten und die leitenden Angestellten einen "entsprechenden Beitrag" leisten.

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