Schlecker Streit um Schließungen

Europas größte Drogeriemarktkette Schlecker will nach Informationen der Gewerkschaft Verdi massiv Personal abbauen. Auf einer bundesweiten Betriebsrätekonferenz von Schlecker-Beschäftigten hieß es am Donnerstag, im Zuge eines Standortoptimierungsprogramms würden derzeit rund 1000 kleinere Filialen geschlossen.

Berlin/Ehingen - Den Mitarbeitern sei bereits gekündigt worden oder drohe Kündigung. In neu eröffneten Filialen würde Personal zu schlechteren Lohnbedingungen eingestellt. Ein Schlecker-Sprecher wies die Informationen als "unzutreffend" zurück.

Zwar käme es im Rahmen von Standortoptimierungen zu Schließungen von Filialen. Gleichzeitig würde jedoch eine Vielzahl von neuen Verkaufsstellen eröffnet. "Bereinigt um die Zahl der Schließungen wurden allein in diesem Jahr bereits wieder 272 neu hinzugekommene Verkaufsstellen mit zusätzlichen Arbeitsplätzen geschaffen", hieß es von dem Unternehmen.

Es sei geplant, den von einer Filial-Schließung betroffenen Mitarbeitern soweit wie möglich eine Beschäftigung in einer anderen Filiale anzubieten. "Auch dies wurde in der Vergangenheit so bereits erfolgreich und sozialverträglich praktiziert", teilte der Sprecher weiter mit.

Verdi geht davon aus, dass "mindestens 8000 der insgesamt 40.000 Beschäftigten die wöchentliche Arbeitszeit gekürzt werde - obwohl bereits rund 80 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit arbeiten". Auch dies wies der Sprecher zurück: "Zutreffend ist vielmehr, dass die Firma Schlecker vor einigen Monaten in groß angelegter Form die Öffnungszeiten bei einer Vielzahl der Verkaufsstellen um zwei Stunden auf 20.00 Uhr verlängert hat", hieß es.

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