ThyssenKrupp Neues Stahlwerk in Brasilien

Der Industriekonzern will mit dem Bau eines neuen Stahlwerkes in Brasilien vom weltweiten Stahlboom profitieren. Man führe bereits Gespräche mit einem brasilianischen Partner, so ein Sprecher von ThyssenKrupp.

Düsseldorf - ThyssenKrupp führe Anfangsgespräche mit dem brasilianischen Bergbaukonzern Cia Vale do Rio Doce (CVRD) über die gemeinsame Errichtung einer Hütte, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Düsseldorf. Eine endgültige Entscheidung sei demnach noch nicht gefallen.

Nach den Worten von ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz wurden bereits Kontakte mit der Zentral- und verschiedenen Landesregierungen aufgenommen. In die engere Wahl seien Standorte nahe den Hafenstädten São Luis im Bundesstaat Maranhão und Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro gerückt, sagte Schulz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Kosten für das neue Werk bezifferte der Sprecher auf bis zu zwei Milliarden Euro.

Vorzug vor Russland und Australien

Der Chef der Stahlsparte ThyssenKrupp Steel AG, Ulrich Middelmann, hatte Anfang Oktober auf der Weltstahlkonferenz in Istanbul den Bau einer neuen Hütte angekündigt und Brasilien, Australien und Russland als mögliche Standorte genannt. Die jährliche Kapazität der Produktionsstätte soll bei vier bis fünf Millionen Tonnen liegen. Die zusätzliche Produktion ist sowohl für die Wirtschaftszone Nafta als auch für deutsche Walzwerke gedacht.

Experten erwarten, dass die Nachfrage in den kommenden Jahren hoch bleiben wird. Die Stahlpreise haben in den vergangenen Quartalen vor allem wegen des Verbrauchs in Asien stark angezogen. ThyssenKrupp Steel verdoppelte nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2003/2004 (Ende September) seinen Vorsteuergewinn auf knapp 800 Millionen Euro.