Dienstag, 10. Dezember 2019

Porsche-Chef Wiedeking "Wir sind der Alptraum für GM"

Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hat sich in die Diskussion um die Sanierungspläne von General Motors eingemischt. Kostensenkungen allein seien keine Lösung. Wiedekings Ratschlag: Einfach mehr Autos verkaufen.

Porsche-Chef Wiedeking: "Sie wollen nur das schnelle Geld machen"

Pörtschach - Zur drastischen Sanierung des europäischen General Motors-Geschäfts bei Opel und Saab meinte der Porsche-Chef: "Mit Kostensenkungen alleine schaffen sie keine Sanierung. Sie müssen mit Produkten das Geschäft zum Brummen bringen, sonst fressen sie die Fixkosten auf." General Motors habe seine Werke über Jahre "todsaniert". "Erst stecken sie 700 Millionen Euro in Rüsselsheim rein, dann wollen sie die Fabrik abreißen?"

Wiedeking warnte außerdem vor einem zu großem Einfluss ausländischer Fondsgesellschaften. Diese passten nicht in die europäische Unternehmerlandschaft. "Sie kennen keine soziale Verantwortung und wollen nur das schnelle Geld machen." Die Autokonzerne selbst seien bei ihren Zulieferern in der Pflicht. "Wir müssen dem Zulieferer die Chance geben, mit jedem Teil Geld zu verdienen."

Entscheidung über vierte Baureihe im Frühjahr

Mit vollen Auftragsbüchern für die Modelle 911 und Boxster will der Autobauer im laufenden Geschäftsjahr 2004/2005 erneut Rekordzahlen erreichen. Die nach dem Pariser Autosalon vorgenommene Vertriebsschätzung für die beiden überarbeiteten Sportwagenmodelle sei sehr gut, sagte der Vorstandschef. Eine konkrete Aussage, ob der Konzern die Zuwachsraten des Vorjahres bei Umsatz und Absatz erneut erreichen werde, vermied Wiedeking aber.

Wiedeking kündigte außerdem für den Cayenne eine Entscheidung über die vierte Baureihe für Anfang nächsten Jahres an. Die Produktion des Geländewagens sei derzeit voll ausgelastet. Porsche komme mit der Fertigung im Leipziger Werk kaum nach.

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