Montag, 9. Dezember 2019

Opel "Das Wachstum verschlafen"

Der Betriebsrat und die IG Metall attackieren das Management: Milliarden-Beträge seien durch hausgemachte Fehler verloren gegangen. Am Nachmittag will General Motors Details zu dem angekündigten Sanierungsplan bekannt geben.

Düsseldorf - Die aktuelle Krise von Opel, der deutschen Tochter von General Motors Börsen-Chart zeigen, sei bereits in den 90er-Jahren durch falsche Weichenstellungen des Vorstandes ausgelöst worden, sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz dem "Handelsblatt". "Die Management-Fehler müssen endlich aufhören." Franz warf dem Opel- und GM-Management vor, das starke Wachstum bei Dieselmotoren und bei Nischenmodellen verschlafen zu haben.

Opel-Werk in Bochum: Abbau von bis zu 12.000 Arbeitsplätzen in Europa
Die Belegschaft hat nach Angaben des Betriebsratschefs in den 90er-Jahren bereits zweimal mit einschneidenden Standortsicherungsverträgen Opfer bei Löhnen und Sozialleistungen erbracht. "Von unserer Seite ist der nötige Beitrag gekommen", betonte Franz, "wir haben den Ernst der Lage erkannt."

"Geschäftsschädigendes Verhalten"

Der Betriebsratsvorsitzende der Bochumer Opel-Werke, Dietmar Hahn, warf der Konzernführung "geschäftsschädigendes Verhalten" vor. "Wir werden alles tun, um den Standort Bochum zu halten", sagte Hahn der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Dabei gehe es um "Kompromissfähigkeit" ebenso wie harte Gegenreaktionen.

In einem Interview mit der "Neuen Ruhr Zeitung" forderte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Detlef Wetzel einen "europäischen Widerstand gegen Missmanagement und die Verlagerung der Folgen auf die Beschäftigten." Ein Wettbewerb der Standorte um Dumping-Löhne oder Standort-Subventionen helfe niemandem

General Motors wird heute erste Grundzüge für ein europäisches Sanierungsprogramm präsentieren. Im Gespräch ist der Abbau von 10.000 bis 12.000 Arbeitsplätzen. Dieses Jahr wird GM in Europa zum fünften Mal in Folge mit einem Verlust abschließen - Branchenkreise erwarten ein Minus von 400 bis 500 Millionen Euro.

Im Jahr 2003 hatte allein Opel einen operativen Verlust von 384 Millionen Euro verbucht. GM hat bereits angedeutet, unter Umständen ein Werk komplett zu schließen. Dies könnte Opel in Rüsselsheim oder Saab im schwedischen Trollhättan treffen.

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