HDW Babcock reicht 500-Millionen-Klage ein

Der Insolvenzverwalter des Maschinenbauers Babcock Borsig macht seine Drohung wahr und reicht Klage gegen die Kieler HDW-Werft ein. Ein Kredit-Deal, der während der Übernahme von HDW durch einen US-Finanzinvestor lief, ist demnach anfechtbar. Die HDW-Führung reagiert vorerst gelassen.

Kiel/Oberhausen - Der ehemalige HDW-Eigentümer Babcock Borsig hat wie angekündigt eine Millionenklage gegen die Werft eingereicht. Das Düsseldorfer Landgericht bestätigte am Mittwoch den Eingang der Klage des insolventen Oberhausener Maschinenbaukonzerns.

Insolvenzverwalter Helmut Schmitz verlangt 524 Millionen Euro von der HDW. Der Sprecher der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW/Kiel), Jürgen Rohweder, wies die Forderung erneut als juristisch nicht haltbar zurück. "Die Klage ändert nichts an unserer Haltung", betonte Rohweder. "Wir sehen dem mit großer Gelassenheit entgegen."

Babcock begründet sein Vorgehen mit einem Gutachten, wonach es beim Verkauf seiner HDW-Anteile an den US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) einen Verstoß gegen das Aktiengesetz gegeben habe. OEP hatte beim Kauf des 50-Prozent-Anteils im Februar 2002 von Babcock 524 Millionen Euro Schulden übernommen. Das Geld hatte sich Babcock zuvor als Darlehen von der Tochter HDW besorgt. Die vereinbarte Schuldenübernahme wertet das Gutachten nach Darstellung der Kläger als "verbotene Finanzierungsmaßnahme beim Aktienerwerb". Die Vereinbarung sei somit nichtig.

Deutschlands größter Schiffbauer HDW hatte bereits nach Bekanntwerden der Forderung vor knapp zwei Wochen darauf hingewiesen, mehrere unabhängige Gutachter hätten bestätigt, "das alle maßgeblichen Vereinbarungen und Rechtsakte im Zusammenhang mit der Übernahme der HDW durch OEP in jeder Hinsicht wirksam" seien.