Volkswagen Minister fordert Preissenkungen

Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche übt Kritik an der Preispolitik von Volkswagen. Der Politiker, gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied, verweist bei seinem Billiger-Appell auf die erfolgreichen VW-Rabattaktionen. Vom designierten VW-Vorstand Wolfgang Bernhard erhofft sich Hirche Sparaktionen bei den Personalkosten.

Hannover - Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) hat deutliche Preissenkungen bei Volkswagen  gefordert. Der hannoverschen "Neuen Presse" (Freitagausgabe) sagte Hirche, VW-Autos müssten in einer erkennbaren Größenordnung billiger werden.

Die bisherigen Rabattaktionen von Volkswagen hätten gezeigt, dass der Absatz über einen günstigen Preis gesteigert werden könne, sagte Hirche. Vom künftigen VW-Vorstand Wolfgang Bernhard erhofft sich Hirche auch bei den Personalkosten deutliche Einsparungen.

Das Land Niedersachsen ist Großaktionär bei dem Autohersteller, derzeit sitzt neben Hirche auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) im Aufsichtsrat.

Mit seinem Appell an das VW-Management macht Hirche zu einem sensiblen Zeitpunkt darauf aufmerksam, wie weit der Einfluss der Landesregierung auf Europas größte Autobauer geht. Im Streit mit Deutschland über das VW-Gesetz will die EU-Kommission schon am kommenden Mittwoch über eine mögliche Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) entscheiden.

Das verlautete gestern in Brüssel aus dem Umfeld von EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein. Er sieht in dem Gesetz zur Verhinderung feindlicher Übernahmen in Wolfsburg, das dem Land ein hohes Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen einräumt, eine Behinderung des freien Kapitalverkehrs in der EU.

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