Lufthansa Tickets teurer, Konkurrenz legt zu

Die Airline erhöht wegen des teuren Rohöls erneut die Preise. Erst bei einem Ölpreis unter 40 Dollar können Fluggäste auf Entlastung hoffen. Konkurrent Air France-KLM meldet unterdessen steigende Passagierzahlen.

Frankfurt am Main - Bei Langstreckenflügen ist künftig ein Zuschlag von 17 Euro pro Streckenabschnitt fällig, das sind 10 Euro mehr als bisher, wie das Unternehmen mitteilte. Bei innereuropäischen Strecken sind sieben statt zwei Euro zu zahlen. Die Zuschläge gelten für Flugtickets, die vom 15. Oktober an verkauft werden.

In den vergangenen Tagen sei der US-Rohölpreis auf mehr als 50 US- Dollar pro Barrel (159 Liter) angestiegen und habe damit einen aktuellen Höchststand erreicht, erklärte die Lufthansa zur Begründung. "Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Rohölpreis damit nahezu verdoppelt und fordert bei der Fluggesellschaft eine Reaktion auf diesen extremen Anstieg."

Entspannung erst bei 40 Dollar pro Barrel

Die neuen Zuschläge sollen solange in Kraft bleiben, bis der Rohölpreis an 30 aufeinander folgenden Tagen unter 40 US-Dollar pro Barrel liegt. Bisher hatte sich die Lufthansa nicht festgelegt, wie lange die Zuschläge erhoben werden.

In den vergangenen Monaten hatten zahlreiche Fluggesellschaften Kerosinzuschläge eingeführt oder auch erhöht. Die Lufthansa sichert sich zwar an den Finanzmärkten gegen steigende Rohölpreise ab, dies gleicht den Kostenanstieg aber nur zum Teil aus.

Nach Angaben der Lufthansa vom August erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr eine Treibstoffrechnung von rund 1,8 Milliarden Euro.

Letzte Preiserhöhung im September

Zuletzt war das Fliegen mit der Lufthansa zum 1. September durch den Wegfall der Reisebüroprovisionen teurer geworden. Seither müssen Reisebüros ihre Kosten den Kunden selbst in Rechnung stellen, was Verbandsschätzungen zufolge eine Preiserhöhung von rund sechs Prozent ausmacht. Die Lufthansa verlangt seit dem 1. September in ihrem Direktvertrieb ein Vermittlungs-Entgelt zwischen 30 und 45 Euro pro Ticket. Auch zahlreiche andere Fluggesellschaften haben ihren Vertrieb in Deutschland entsprechend umgestellt.

Vorsichtiger bei Gewinnprognose

Die Fluggesellschaft stehe weiterhin zu ihrem Gewinnziel von operativ 300 Millionen Euro in diesem Jahr, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Die hohen Treibstoffkosten hatten den Konzern im August dazu bewogen, bei seiner Ergebnis-Prognose etwas verhaltener zu werden. Seither peilt das Unternehmen statt "mindestens" nur noch "rund" 300 Millionen Euro an.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Gewinnprognose für die Lufthansa inzwischen deutlich zurückgenommen.

Air France-KLM steigert Auslastung

Air France-KLM steigert Auslastung

Europas größte Fluggesellschaft Air France-KLM hat unterdessen im September erneut die Passagierzahlen gesteigert und die Auslastung ihrer Maschinen verbessert.

Die Zahl der Passagiere stieg nach Angaben vom Donnerstag um 4,4 Prozent auf 5,7 Millionen im Vergleich zum Vorjahresmonat, die Auslastung (Sitzladefaktor) erhöhte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 79,5 Prozent. Die für den Umsatz maßgebliche Zahl der verkauften Passagierkilometer habe sich um 6,9 Prozent auf 14,7 Milliarden verbessert, teilte die seit dem Zusammenschluss der französischen Air France mit der niederländischen KLM umsatzstärkste Luftfahrtgesellschaft der Welt mit.

Überdurchschnittlich gut entwickelte sich das Geschäft in Nordamerika. In Asien verschlechterte sich der Sitzladefaktor. Air France-KLM steigerte zwar die verkauften Passagierkilometer um 14 Prozent, hatte aber zuvor das Angebot noch stärker um gut 18 Prozent ausgeweitet.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.