KarstadtQuelle Welche Häuser im Norden bedroht sind

Jeder zweiten Karstadt-Filiale in Norddeutschland droht nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Schließung. Bis zu 20.000 Stellen seien landesweit in Gefahr.

Essen - Von den Sanierungsplänen des angeschlagenen Handelskonzerns KarstadtQuelle seien 7 von 13 Filialen in Schleswig-Holstein und 6 von 14 in Hamburg betroffen, teilte Verdi auf Anfrage mit. In Niedersachsen droht 9 von 17 Warenhäusern das Aus.

Abgestoßen werden sollen unter anderem die Häuser in Elmshorn, Husum, Itzehoe, Mölln, Niebüll, Rendsburg und Schleswig. 623 Mitarbeiter seien im nördlichsten Bundesland betroffen. "Die Filialen sollen auf längere Sicht nicht von Karstadt weitergeführt werden", erläuterte der Karstadt-Beauftrage des Verdi-Landesbezirkes Nord, Peter Engel, die Pläne des Handelskonzerns.

In Hamburg sind fünf Häuser bedroht. Betroffen sind demnach die Filialen in Barmbek, Bramfeld, Eppendorf, Langenhorn und Neugraben. In Hamburg hat Karstadt nach korrigierten Zahlen der Gewerkschaft rund 4300 Mitarbeiter.

Suche nach Investoren

In Niedersachsen droht nach Angaben der Gewerkschaft 9 von 17 Kaufhäusern des angeschlagenen Handelsriesen das Aus. Die Filialen in Cuxhaven, Stade, Wilhelmshaven, Delmenhorst, Peine, Hameln, Wolfenbüttel, Garbsen und Laatzen mit insgesamt 850 Beschäftigten sollten zunächst in eine Verwertungsgesellschaft überführt und verkauft werden, sagte Verdi-Landesvizechef Peter Franielczyk am Dienstag.

Er sei aber angesichts der Krise im Einzelhandel sehr skeptisch, ob sich Investoren für die Häuser fänden.

Betriebsversammlungen am Mittwoch

An diesem Mittwoch soll die Belegschaft bei Betriebsversammlungen über Details informiert werden. "Für den Fall, dass Karstadt sein Ding durchzieht, werden wir Widerstand organisieren", kündigte der stellvertretende Leiter von Verdi Hamburg, Ulrich Meinecke, an. Wie die Arbeitnehmer reagieren, werde am nächsten Montag (4.10.) bundesweit abgestimmt.

KarstadtQuelle hatte am Dienstag in Essen den Verkauf von bundesweit 77 der insgesamt 181 Warenhäuser und die Abgabe aller Fachgeschäfte angekündigt. Geplant sei der Verkauf der Modeketten Sinn Leffers und Wehmeyer sowie der Sportketten Runners Point und Golf House.

Verdi geht davon aus, dass mehr als 20.000 von rund 100.000 Stellen auf der Kippe stehen.

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