Einzelhandel Das große Sterben

Der Einzelhandel in Deutschland steht nach Einschätzung von Metro-Chef Hans-Joachim Körber vor einer "deutlichen Bereinigung" des Ladennetzes.

Berlin - Die Verkaufsfläche in Deutschland sei derzeit rund doppelt so groß wie in vergleichbaren Ländern. Es sei daher ein Sterben der kleinen Familienunternehmen zu erwarten. "Es werden aber auch große Einzelhändler pleite gehen", sagte Körber am Montag auf dem Betriebswirtschafter-Tag der Schmalenbach-Gesellschaft. Wegen Altlasten wie langer Mietverträge würden auch nicht mehr alle aus dem Markt scheidenden Unternehmen übernommen.

Grundsätzlich zeigte sich Körber für die Aussichten des Handels aber optimistisch. Es gebe weltweit "immense Absatzchancen" über die Möglichkeiten hinaus, die derzeit in Deutschland und Westeuropa erkennbar seien - vor allem in den sich öffnenden Volkswirtschaften Russland, Indien und China. Auch die weitere Integration der Europäischen Union berge große Potenziale. Die Metro AG  habe bei der Erschließung neuer Länder immer zu den ersten gehört und in "keinen einzigen Land" das Engagement "in den Sand gesetzt".

Wer sich erst heute mit der Internationalisierung des Handels auseinandersetze, komme zu spät. "Die Vorsprünge sind nicht mehr einholbar", sagte Körber. Für Handelsunternehmen sei es eine Bewährungsprobe, ob sie es schafften, den Schwerpunkt von einer national zu einer international aufgestellten Organisation zu verlagern. Die Schaffung einer international offenen Unternehmenskultur sei dabei die größte Hürde. Wichtiger als kopierbare Merkmale wie das Sortiment und die Sauberkeit seien zudem mittlerweile das Supply-Chain-Management, das Wissen über die Kunden und die lokale Anpassungsfähigkeit der Konzepte.

Richard Breum, Dow Jones Newswires

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