BASF Zeichen auf Rot für grüne Gentechnik

BASF-Chef Jürgen Hambrecht warnt vor Negativfolgen für den Standort Deutschland. Mangelnde Akzeptanz für Gentechnik gefährdet hiesige Forschungsprojekte. Insgesamt zeichnet der Konzernlenker ein wenig rosiges Bild von der Chemiebranche.

Berlin - Die Rahmenbedingungen für die so genannte grüne Gentechnik in Deutschland sind aus Sicht des BASF-Konzerns  "nicht gut". Wenn die laufende öffentliche Debatte kein positives Ende nehme, bedeute dies Wissenschaftlern zufolge das Ende der grünen Gentechnikforschung in der Bundesrepublik, bekräftigte BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht am Montag auf dem 58. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag in Berlin.

Grüne Gentechnik bezeichnet die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft, etwa die Erzeugung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) durch Gen-Transfer. Die in der Medizin angewandten gentechnische Methoden und Produkte für diagnostische und therapeutische Zwecke werden rote Gentechnik genannt.

Für BASF stelle sich dann die Frage, "wo machen wir dann die Forschung für die grüne Gentechnik?", sagte Hambrecht weiter. "Wir werden dann die hohe Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland nicht erhalten können", sagte der Konzernlenker.

Was die Aufnahme der neuen Technologie beim Verbraucher angeht, zeigte sich der BASF-Chef zuversichtlich. In zehn Jahren rechne er mit einer ähnlich hohen Akzeptanz wie für die so genannte rote Gentechnik. Dafür sorge der Nutzwert. Genetisch modifizierte Produkte könnten in Zukunft einen höheren Vitamingehalt oder mehr essentielle Fettsäuren aufweisen.

BASF bremst Investitionen

Der Chemiekonzern will in den kommenden Jahren weltweit rund ein Drittel weniger investieren als von 1999 bis 2003. Von 2004 bis 2008 sollen 8,3 Milliarden Euro investiert werden nach 12,0 Milliarden Euro in den vorangegangenen vier Jahren, sagte Hambrecht. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag in Berlin. "Wir werden uns dabei im Wesentlichen auf Wachstumsmärkte konzentrieren." Zudem bekräftigte Hambrecht, der Konzern wolle 1,5 Milliarden Euro bis 2006 einsparen.

Die Chemiemärkte weltweit wachsen nach Einschätzung von Hambrecht künftig weniger stark als das Bruttosozialprodukt (BIP). Damit kehre sich der Trend der Jahre seit 1985 um

Bis 2015 sei nur noch mit einem Wachstum der Chemie von durchschnittlich 2,8 Prozent im Jahr zu rechnen, bei einem weltweiten BIP-Wachstum von rund 3 Prozent. Die Chemieindustrie leide weiterhin unter Überkapazitäten.

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