VW Neuer Verkaufsturbo für den Golf

VW will weiterhin mit Sonderaktionen den Absatz des neuen Golfs ankurbeln. Auch bei den Nutzfahrzeugen sollen günstigere Modelle den Absatz ankurbeln. Derweil gewinnt der Tarifstreit in Wolfsburg an Schärfe.

Hannover - Anfang dieser Woche werde Volkswagen  seine Händler über neue Verkaufsförderungen informieren, berichtete am Samstag das Branchenblatt "Automobilwoche". Nach einem zunächst schwachen Verkaufs-Start gibt VW seit Februar Käufern in Deutschland eine Gratis-Klimaanlage im Wert von 1225 Euro zum Golf dazu - diese Aktion läuft aber Ende des Monats aus.

Vom Tisch sind nach dem Bericht Überlegungen, den Grundpreis des Golf zu senken. Die Diskussion darüber war bei den Wolfsburgern neu entbrannt, als Ford ankündigte, die Neuauflage des Focus im November mit einem Einstiegspreis unter 15.000 Euro auf den Markt zu bringen.

Auch die Nutzfahrzeug-Sparte von Volkswagen will eine Preisoffensive starten. Markenvorstand Bernd Wiedemann sagte, es sollte eine Reihe günstiger Einstiegsmodelle auf den Markt gebracht werden. So soll die Neuauflage des Stadtlieferwagens Caddy in einer Sparversion zu haben sein. Außerdem werde VW nach massiver Kritik am hohen Grundpreis des Wohnmobils California Ende kommenden Jahres ein Einstiegsmodell zum Preis von unter 30.000 Euro vorstellen.

Mitarbeiter sollen für Fehlentscheidungen "bluten"

Im Tarifkonflikt bei Volkswagen hat unterdessen der stellvertretende VW-Konzernbetriebsratvorsitzende Bernd Osterloh das Management scharf angegriffen. Es sei nicht akzeptabel, dass VW die Arbeitskosten drastisch senken wolle, ohne über die eigene Managementleistung nachzudenken, sagte Osterloh nach Angaben der "Wolfsburger Nachrichten" (Samstag). Die Mitarbeiter sollten jetzt für Fehlentscheidungen und für den Vorstand "bluten". Osterloh ist designierter Nachfolger von Betriebsratschef Klaus Volkert.

Er erneuerte die IG-Metall-Forderung nach einer Arbeitsplatz-Garantie mit klaren Zusagen für Produkte und Stückzahlen. VW wollte sich zu den Aussagen von Osterloh nicht äußern, sagte ein Sprecher der Zeitung. Die erste Tarifrunde für die rund 103.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke bei Volkswagen war Mitte September ergebnislos vertagt worden. Die zweite Runde ist für den 5. Oktober geplant.

Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hat seinerseits leisere Töne angeschlagen. "Die Frage ist nicht, ob wir ein existierendes Werk schließen oder die Kapazitäten herunterfahren. Es geht darum, wo künftiges Wachstum stattfindet", sagte er der französischen Zeitung "Les Echos". Zur Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften sagte der Konzernchef: "Ich glaube nicht, dass irgend jemand einen Streik will."

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