Donnerstag, 27. Februar 2020

Autobranche Deutschland Starker Antrieb, kaum Abrieb

2. Teil: Mehr als zwei Milliarden Euro Nettogewinn geplant

Mehr als zwei Milliarden Euro Nettogewinn geplant

Und es gilt, weitere Nischen für die Marken BMW, Mini (bester Platz in der ADAC-Pannenstatistik 2003) und Rolls Royce zu besetzen, kündigte Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel auf dem Pariser Automobilsalon an. 2006 könnte eine größere Variante des erfolgreichen Mini als Minivan auf den Markt kommen. Über weitere Produktpläne verrät Göschel derzeit nur, dass "einiges in der Pipeline" sei.

Als Quittung für die bisher schon milliardenschwere Produktoffensive gab es im ersten Halbjahr 2004 ein Absatzplus von 9 Prozent - davon träumen die Mitbewerber. Die Investoren freut's: Die Aktie pendelt seit einem Jahr mit vergleichsweise moderaten Ausschlägen um einen Mittelwert von 35 Euro - 33 und 38 Euro markieren die Extrem-Ausschläge. DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen dagegen schwankte im selben Zeitraum zwischen 29 und 39 Euro. Und die Mehrheit der Analysten sieht bei BMW das stärkere Kurspotenzial.

Vorstandschef Helmut Panke ist ebenfalls optimistisch. Für 2004 kündigt er einen Verkaufszuwachs im "hohen einstelligen Prozentsatz" an. Die bisherigen Rekorde aus dem Jahr 2002 - 42,4 Milliarden Euro Umsatz und zwei Milliarden Euro Nettogewinn - dürften damit abgelöst werden.

Neue Arbeitsplätze in Deutschland

Um einen neuralgischen Punkt bei BMW zu finden, muss man weit blicken. In China, wo BMW-Fahrzeuge mit dem Partner Brilliance gefertigt werden, entwickelt sich der Umsatz schlechter als geplant. Zudem wirkt sich auch der hohe Ölpreis bei den Bayerischen Motorenwerken, die keinen ausgesprochenen Spritsparer im Sortiment haben, negativ aus, ebenso die Euro-Dollar-Schwankungen. Diese allgemeinen Belastungsfaktoren prallen in München allerdings auf ein gesundes Polster in der Bilanz, während man bei DaimlerChrysler, VW, Ford oder Opel über deutlich weniger Puffer-Speck auf den Rippen verfügt.

Der Wermutstropfen China verdirbt den Münchenern nicht die Laune. Ansonsten "sind wir in allen Werken voll ausgelastet", sagte Finanzchef Stefan Krause auf dem Pariser Autosalon. Das soll in dem neuen Werk in Leipzig, wo von 2005 an produziert wird, nicht anders sein. Nicht ausgeschlossen ist laut Krause, dass der Konzern in den nächsten Monaten in Deutschland darüber hinaus neue Arbeitsplätze anbieten wird.

Zermürbende Tarifverhandlungen und Stellenabbau-Diskussionen wie beispielsweise bei VW wird es also nicht geben. Die Wochenarbeitszeit, 35 Stunden für einen Teil und 38 Stunden für den Rest der 76.000 Beschäftigen in Deutschland, ist bereits teilweise flexibilisiert worden. Darüber hinaus plant BMW keine Änderungen. Trotz der hohen Lohnkosten in Deutschland schnurrt und bullert schließlich das Geschäft.



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