Dienstag, 28. Januar 2020

Autobranche Deutschland Vier gewinnt

2. Teil: 911er und Boxster unter Druck

911er und Boxster unter Druck

Die in die Jahre gekommenen Modelle gerieten zusehends unter Druck, da BMW mit dem Z4 und Mercedes mit dem SLK unlängst ebenbürtige Gegner ins Rennen geschickt hatten. Musste Wiedeking also handeln, wie in der Branche vermutet wird, und die Einführung vorziehen?

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Der Porsche-Chef verneint dies natürlich. Und selbst wenn es so wäre: Damit würde der Autobauer nur ein weiteres Mal unter Beweis stellen, wie schnell er auf Herausforderungen reagieren kann. Seit Wiedeking 1992 die Führung übernahm, hat er Porsche nach japanischem Vorbild auf Effizienz getrimmt, das Unternehmen flexibilisiert und die Kosten radikal gedrückt.

Gleichzeitig ist der Fremdanteil bei der Wertschöpfung durch Zulieferer bei Porsche traditionell hoch. Beim Cayenne liegt der Wert bei 90 Prozent, bei den Sportwagen bei 80 Prozent. So wird der Boxster im finnischen Valmet zusammengeschraubt.

Lohnprivilegien nicht in Gefahr

Das hat Vorteile, was Beweglichkeit und Kosten angeht. Die finanziellen Folgen der zwei Rückrufe beim Cayenne wegen technischer Mängel etwa seien "minimal" gewesen, sagte Porsche-Finanzchef Holger Härter. Den Löwenanteil der Kosten habe der betroffene Zulieferer gezahlt.

Der Cayenne ist erfolgreich platziert, die Attacken der Konkurrenz hinreichend beantwortet, die Porsche-Fangemeinde hat neue Spielzeuge in der Garage. Und Wiedeking bereitet die nächste Attacke vor. Zur möglichen vierten Baureihe sagte der Konzernlenker, diese würde nicht unterhalb des Preisniveaus des Boxster angeboten.

In der Branche wird auf einen viertürigen Luxussportwagen spekuliert. Wiedeking will 2005 über die neue Serie entscheiden. Die Serienproduktion könnte dann 2009 anlaufen.

Rosige Aussichten, nicht nur für Management und Aktionäre. Auch die Belegschaft kann frohlocken. Während der Rest der Republik über die Abkehr von Lohnprivilegien streitet, bleibt bei Porsche alles wie es ist. So verkündete das Unternehmen Anfang Oktober, dass jeder Mitarbeiter auch in diesem Jahr zusätzlich zum Weihnachtsgeld eine Gratifikation in Höhe von 3000 Euro erhalten wird.



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