Samstag, 18. Januar 2020

Autobranche Deutschland Die haben was getan

Raus aus der Krise, rein in die Modelloffensive. Nachdem Ford-Chef Bernhard Mattes Belegschaft und Zulieferern Sparbeiträge abgerungen hat, will er nun Volkswagen und Opel im Kompaktsegment attackieren. Der vierte Teil der mm.de-Serie.

Hamburg - Die Kollegen von Opel und Volkswagen dürften Bernhard Mattes derzeit beneiden. Während die Konzernlenker in Rüsselsheim und Wolfsburg harte Verhandlungen mit den Arbeitnehmern um Sparprogramme führen, kann sich der Chef der Ford-Werke in Köln so angenehmen Sachen wie der Ankündigung von Modellreihen widmen.

 Ford Focus: Die Kölner bringen die neue Focus-Generation am 13. November in den deutschen Markt. Der Einstiegspreis liegt bei 14.375 Euro. Mit dem Focus will Ford im Revier von Astra und Golf wildern.  Ford Ka: Mit dem Ka deckt Ford erfolgreich das Kleinstwagen-Segment ab. Der Kleine ist für unter 10.000 Euro zu haben. Ein Nachfolger ist für 2007 geplant.  Ford Fiesta: ehemals galt der Fiesta als erfolgreichster Kleinwagen Europas. Doch die Zeiten sind lange vorbei. Mit der Neuauflage versucht Ford nun, an alte Erfolge anzuknüpfen.

Ford - Attacke von unten
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"Die neue Focus-Familie", freut sich Mattes, "kommt am 13. November auf den Markt." Neben dem Drei- und Fünftürer folgt das Kombimodell Turnier wenige Wochen später. Der Viertürer wird im Frühjahr 2005 zu den Händlern rollen. Zugleich präsentierte Ford beim Autosalon in Paris ein Focus-Vignale-Konzept, ein Cabrio mit versenkbarem Stahldach. Damit nicht genug: Insgesamt will Mattes in den kommenden fünf Jahren "mindestens" 45 Neuheiten in die Schauräume schicken.

"Ford steht deutlich besser da"

Das überzeugt die Beobachter. "Das Potenzial von Ford ist durch den neuen Focus gestiegen. Das Unternehmen steht deutlich besser da, als noch vor wenigen Jahren", urteilt Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler.

Zufällig kann sich Ford-Chef Mattes allerdings nicht in der Gunst der Märkte sonnen. Getreu dem vormaligen Slogan "Ford, die tun was" hat er das hinter sich, was Volkswagen Börsen-Chart zeigen und Opel derzeit durchmachen. Bereits im Frühjahr hatten Management und Betriebsrat einen Sparplan aufgestellt. Die 38.000 Mitarbeiter in Köln nehmen Kürzungen beim Weihnachtsgeld hin und verzichten auf die Umsetzung tariflicher Erhöhungen. Dafür sieht der Konzern seinerseits von betrieblichen Kündigungen ab.

Der Aufschwung bei Ford ist auch ein Produkt des europäischen Sparprogramms. Das Werk im britischen Dagenham etwa schmolz zu einer reinen Motorenfabrik zusammen. In den verbleibenden Standorten Köln, Saarlouis und Valencia stutzte das Management die Kapazität. Zudem können die Betriebe heute mindestens zwei unterschiedliche Plattformen produzieren.

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