Sonntag, 26. Januar 2020

Autobranche Deutschland Von Kapital nach Cashflow

Den deutschen Autobauern droht die Zweiklassen-Gesellschaft. Während BMW und Porsche Erfolge in Serie verbuchen, hadern Opel und VW mit zu hohen Kosten. Welche Route schlägt die Branche ein, die hier zu Lande zu den wichtigsten Arbeitgebern zählt?

Hamburg - In Paris Auto zu fahren, gehört wohl zu den schlimmsten Erlebnissen überhaupt. Entweder staut sich der Verkehr auf den Ein- und Ausfallautobahnen. Und wenn es läuft, ist das Resultat zumeist Anarchie auf Asphalt. Dennoch avanciert die französische Hauptstadt derzeit zum Mekka der Automobilindustrie.

Mercedes-Produktion: Erhobenen Hauptes nach Paris
Die Branche erhofft sich von der Messe "Mondial de l' Automobile", die bis zum 10. Oktober dauert, Impulse für das Geschäft. Dies gilt umso mehr, da die Internationale Automobilausstellung IAA in Frankfurt am Main als wichtiges Branchenbarometer erst wieder im kommenden Jahr stattfindet. Alle Blicke richten sich also auf den Autosalon in Paris.

Derzeit aber sieht es finster aus. Die anhaltende Absatzflaute, Konkurrenten aus Fernost und wilde Rabattschlachten hinterlassen Spuren in den Bilanzen vieler Hersteller.

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Glanz und Glamour in Paris - Neuheiten beim Autosalon
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Auch mit Folgen für den Standort Deutschland. Hier zu Lande firmieren mit Porsche, Volkswagen und Co. mehrere Weltmarken. Um die Autobauer herum haben sich zahlreiche Industriekomplexe angesiedelt. Vom Zulieferer über den Autoverkäufer bis zur freien Werkstatt - nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) hängt jeder siebte Arbeitsplatz am fahrbaren Untersatz. Deutschland ist Autoland, und Autoland ist angebrannt - teilweise jedenfalls. Denn einige deutsche Autobauer kommen gramgebeugt, andere erhobenen Hauptes nach Paris.

Da gibt es BMW Börsen-Chart zeigen und Porsche Börsen-Chart zeigen, die auf Rekordfahrt sind. "Wir werden beim Vorsteuergewinn die Milliardengrenze überspringen", kündigte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking unlängst an. Auch BMW-Vormann Helmut Panke will im Jahresverlauf bei Absatz und Umsatz neue Spitzenwerte erreichen.

Da gibt es Mercedes und Ford, die das Schlimmste offenbar hinter sich haben. Die Kölner Ford-Werke haben ihr Sparziel für 2004 erreicht. Demnächst will der Konzern eine Modelloffensive starten. Mercedes hat sich erst im Sommer nach hartem Kampf mit der Gewerkschaft auf ein Sparpaket geeinigt und attackiert die Konkurrenz nun ebenfalls mit Neuheiten.

Und da gibt es VW und Opel, die mitten im Umbruch stecken. Bei VW stehen harte Tarifverhandlungen an. Es geht um eine Nullrunde beim Gehalt, die von der Gewerkschaft rundweg abgelehnt wird. Bei Opel, Tochter des US-Autobauers General Motors Börsen-Chart zeigen, drohen angesichts der hohen Verluste im Europa-Geschäft Werkschließungen. Auch in Rüsselsheim verhandeln Betriebsrat und Management.

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