VW Die SUV-Drohung

Vor der nächsten Verhandlungsrunde im Tarifstreit bei Volkswagen schießen sich die Parteien ein. So macht das Management die Standortwahl für seinen neuen Geländewagen vom Ausgang der laufenden Tarifverhandlungen abhängig.

Frankfurt - "Wir werden bei der Entscheidung über den Produktionsstandort für den geplanten kompakten Geländewagen auf Golf-Basis erst das Ergebnis der Verhandlungen abwarten", sagte Volkswagen-Finanzchef Hans-Dieter Pötsch dem "Handelsblatt". Dies sei angesichts des langen Vorlaufs bis zur Markteinführung kein Problem für den Konzern, hieß es weiter. Volkswagen hat eine Entscheidung über den Produktionsstandort für das Auto, intern A-SUV genannt, bislang für Ende Oktober angekündigt.

Die Tarifverhandlungen für die VW-Angestellten hatten am 15. September ohne Annäherung begonnen. Sie waren nach der ersten Runde auf den 5. Oktober vertagt worden.

Das Management verlangt von den rund 103.000 Beschäftigten eine Nullrunde in den kommenden zwei Jahren. Die IG Metall hingegen fordert vier Prozent höhere Einkommen und will erreichen, dass VW alle Arbeitsplätze in den westdeutschen Werken garantiert.

Die Gewerkschaft fordert unterdessen ein Entgegenkommen der Konzernführung. VW müsse auf die IG Metall zugehen, sagte deren Sprecher Jörg Köther am Donnerstag in Hannover.

VW-Chef Bernd Pischetsrieder solle auf seine Verhandlungskommission einwirken, damit diese bei der zweiten Tarifrunde am 5. Oktober ernsthaft vor allem über die von der Gewerkschaft geforderten Arbeitsplatzgarantien verhandle.

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