Deutsche Bahn Teure Tickets - Bayern will sich wehren

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember müssen Fahrgäste der Deutschen Bahn mehr bezahlen. Die Ticketpreise steigen durchschnittlich um 3,1 Prozent, bestätigte die Bahn am Dienstag. Auch im Nahverkehr steigen die Preise: Dagegen will sich Bayern wehren.

Berlin - Die Bahn begründete die Preiserhöhungen mit "erheblich gestiegenen Kosten" auf Grund gestiegener Energiepreise. Im Fernverkehr bleiben die Preise unter einer Entfernung von 150 Kilometern unverändert.

Bei längeren Entfernungen steigen die Preise gestaffelt an: Zwischen 150 und 400 Kilometer um rund 3,4 Prozent, zwischen 400 bis 750 Kilometer um 4,2 Prozent. Ab einer Entfernung von mehr als 750 Kilometer gilt weiterhin der Maximalpreis für die einfache Fahrt von 111 Euro für die zweite Klasse und 167 Euro für die erste Klasse.

Vier Euro mehr zwischen Hamburg und Frankfurt

Eine Fahrt von Bremen nach Hamburg (unter 150 Kilometer) wird in der zweiten Klasse weiterhin 21 Euro kosten, ebenso kostet die Fahrt von Hamburg nach München (mehr als 750 Kilometer) auch nach dem 12. Dezember weiterhin 111 Euro.

Ein ICE-Ticket von Hannover nach Berlin (über 150 Kilometer) erhöht sich dagegen von 49 auf 51 Euro. Eine Fahrt von Hamburg nach Frankfurt am Main (über 400 Kilometer) kostet den Fahrgast in der zweiten Klasse künftig 90 statt 86 Euro.

Höhere Preise auch im Nahverkehr

Im Nahverkehr außerhalb von Verbünden will die Bahn die Preise ebenfalls je nach Entfernung anheben. Hierfür ist sie aber auf eine Genehmigung der Länder angewiesen.

Erstmals seit 1992 sollen auch bei Kurzstrecken unter zehn Kilometer die Preise angehoben werden. Hier steigen die Preise um 3,9 Prozent oder 10 bis 40 Cent, wie Bahn-Manager Tobias Heinemann erläuterte. Bis 300 Kilometer sind es 3,3 Prozent (50 Cent bis 1,20 Euro).

Bei einer Entfernung über 300 Kilometer bleiben die Preise im Regionalverkehr stabil. Allerdings werden Monatszeit- und Monatsausbildungskarten um 3,3 Prozent und Wochenzeit- und Wochenausbildungskarten um 3,9 Prozent teurer. In den Verkehrsverbünden gelten die Preiserhöhungen nicht.

Der Preis für ein Schönes-Wochenende-Ticket erhöht sich ab dem 12. Dezember von 28 auf 30 Euro, wenn es am Automaten oder per Internet gekauft wird. Kauft der Kunde das Schöne-Wochenende-Ticket am Schalter, muss er sogar 32 Euro bezahlen.

Bayern will sich wehren

CityTicket wird ausgeweitet

Zugleich baut die Bahn einige Angebote aus: Das CityTicket soll ausgeweitet und BahnCard-Kunden die kostenlose Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln in über 60 statt 46 Städten ermöglicht werden.

In die BahnCard 100 - die alte Netzkarte - wird das CityTicket integriert. Mit dieser "ersten Mobilitätskarte Deutschlands" kann der Kunde am Abfahrts- und am Zielort kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Allerdings steigt der Preis für die BahnCard100 in der zweiten Klasse um 250 auf 3250 Euro im Jahr, in der ersten Klasse um 400 auf 5400 Euro.

Bayern will Preiserhöhungen nicht hinnehmen

Die bayerische Staatsregierung will die angekündigten Preiserhöhungen der Bahn nicht hinnehmen. Höhere Preise seien die falsche Strategie, um Kunden zu gewinnen, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) am Dienstag in München. Die von der Bahn als Grund genannten steigenden Energiepreise hält Wiesheu für nicht stichhaltig.

Nach Angaben Wiesheus fängt der Freistaat steigende Energiekosten im Regionalverkehr durch höhere Ausgleichszahlungen ab. Steigende Preise von 3,3 bis 3,9 Prozent ließen sich nicht rechtfertigen. Im Fernverkehr müsse die Bahn die steigenden Energiekosten allein tragen.