Dienstag, 18. Februar 2020

Expansion Tchibo startet in den Niederlanden

Mit dem ersten Shop der Kaffeemarke in Eindhoven startet Tchibo im neunten Land außerhalb Deutschlands seinen Markteintritt. Das Konsumverhalten stützt die Strategie von Geschäftsführer Dieter Ammmer: Während der Kaffee-Verbauch in Deutschland sinkt, steigt die Nachfrage weltweit.

Hamburg - Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo eröffnet seine ersten Filialen in den Niederlanden. In Eindhoven werde der Konzern an diesem Donnerstag mit einer ersten Testfiliale starten, sagte Tchibo-Sprecher Joachim Klähn dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Am 30. September und am 7. Oktober will der Konzern mit Hauptsitz in Hamburg, Europas größtem Umschlagplatz für Kaffee, zwei weitere Shops in Apeldoorn und Ede eröffnen.

Seit 15 Monaten an der Konzerspitze: Dieter Ammer, Vorstandsvorsitzender der Tchibo-Holding
Damit baue Tchibo auch im Ausland sein Filialnetz mit derzeit rund 1000 Geschäften weiter aus. Außer in Deutschland sei Tchibo mit 160 Filialen in Österreich, 34 Stationen in England und 35 Filialen in der Schweiz aktiv. Tochtergesellschaften des Konzerns sind in Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Russland tätig. Der Konzern hatte seine internationale Expansion in den 90er Jahren begonnen.

Die Etablierung des Labels in anderen Ländern dürfte sich für Tchibo bereits heute bezahlt machen. Denn während in Deutschland die Kaffee-Nachfrage abnimmt, steigt weltweit der Absatz.

Deutsche als Kaffee-Abstinenzler?

Seit 1998 sind die Preise in Deutschland fast durchgehend gefallen. Ein Grund: die gesunkene Nachfrage. So ist der Kaffeekonsum bundesweit zwischen 1989 und 2002 um rund 16 Prozent auf 6,6 Kilogramm pro Kopf zurückgegangen.

Tchibo erzielt zwar mittlerweile einen Großteil seines Umsatz mit Haushalts-, Technik- und Finanzprodukten sowie Kleidung und Reiseangeboten. Das Geschäft mit Kaffee leidet aber unter steigenden Einkaufspreisen. In Deutschland gehandelter Kaffee aus Brasilien ist seit August 2003 um rund 30 Prozent teurer geworden und kostet derzeit fast 70 US-Cent pro Pfund. Diese Entwicklung schmälert die Gewinne der Röster.

Andererseits steigt die Nachfrage weltweit. Nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes betrug die Ernte rund um den Globus im vergangenen Jahr rund 6,06 Millionen Tonnen. Die Nachfrage wird für 2004 aber auf etwa 6,78 Millionen Tonnen geschätzt. Branchenexperten gehen somit mittelfristig - auch in Deutschland - von steigenden Preisen für gerösteten Kaffee aus.

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