Mittwoch, 19. Februar 2020

DaimlerChrysler Zetsche plant Verdopplung beim Absatz

Schwarze Zahlen für Chrysler in Europa und Asien - das gab es schon lange nicht mehr. Und es soll noch besser kommen: Mit einer Modelloffensive will Chrysler seinen Absatz in der Region kräftig ankurbeln. Bei zwei Autotypen verzeichnet der Konzern schon Lieferengpässe.

Detroit / Stuttgart - US-Autoproduzent Chrysler will in fünf Jahren seinen Marktanteil in Europa auf 1,4 Prozent verdoppeln. Die Umsatzrendite seines Unternehmens solle dann fünf Prozent erreichen, sagte Chrysler-Chef Dieter Zetsche dem "Handelsblatt". In der "Financial Times Deutschland" erklärte das Vorstandsmitglied von DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen, Chrysler schreibe mit seinen Exportfahrzeugen erstmals seit Jahren in Europa und Asien schwarze Zahlen.

Muskelspiel mit Dodge Magnum: Bis 2012 soll Chrysler eine Million mehr Autos verkaufen
Chrysler-Deutschland-Chef Bernd Hullerum sagte am Montag vor Journalisten in Stuttgart, dass die Modelloffensive von Chrysler jetzt auch in Deutschland Früchte trage. Während in den ersten sechs Monaten der Automarkt in Deutschland um 1,32 Prozent zurückgegangen sei, habe Chrysler 2,25 Prozent zulegen können. Bis 2007 will Chrysler in Deutschland seinen Marktanteil von derzeit 0,6 Prozent auf 1,0 Prozent steigern. Von den 16 neuen Modellen, die die Chrysler Group in den Jahren 2005/06 auf den Markt bringen werde, kämen die meisten auch nach Europa.

Lohn der "inneren Erneuerung"

Mit dem Ergebnis der harten Sanierung nach der Fusion von Chrysler und Daimler-Benz zeigte sich Zetsche zufrieden. Nach gut drei Jahren "totaler innerer Erneuerung" hätten die Chysler-Modelle in Qualität, Styling, Ausstattung und Fahrverhalten jetzt "Weltformat". Das sei die Grundlage für die geplante Expansion: Zetsches Fernziel ist es, dass Chrysler 2012 eine Million Autos mehr produziert als 2002.

Der Manager hat es dabei vor allem auf das Ausland abgesehen. "Wir können die Konkurrenten nicht nur auf unserem Heimatmarkt bekämpfen", sagte er. Schon in diesem Jahr will Zetsche 180.000 Fahrzeuge außerhalb der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta (USA, Kanada, Mexiko) verkaufen, sagte er dem "Handelsblatt". Sein größtes Problem sei derzeit, dass die Nachfrage nach den neuen Chrysler-Modellen 300 C und Dodge Magnum das Angebot deutlich übersteige: "Wir könnten 30 Prozent mehr verkaufen, wenn wir die Autos hätten", sagte Zetsche.

Falls Mitsubishi Motors Börsen-Chart zeigen die Zusammenarbeit mit der US-Marke nicht aufrecht hält, wird Chryslers Entwicklung nicht nennenswert beeinflusst werden, so Zetsche. Bisher sei nach dem Bruch des Mutterkonzerns mit dem japanischen Unternehmen kein Projekt abgesagt worden, sagte er der FTD.

Natürlich könne sich wegen der Lage bei Mitsubishi Motors daran schnell etwas ändern, doch sei das Risiko begrenzt. Chrysler habe nämlich sämtliche Verwendungsrechte an den entwickelten Fahrzeugbestandteilen des Plattformprojekts, dessen Gesamtkosten auf 400 bis 500 Millionen Dollar geschätzt werden. Auch die höheren Entwicklungskosten bei einem Ausstieg von Mitsubishi Motors sind nach Angaben von Zetsche überschaubar.

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