VW "Die Kostensituation in den Griff kriegen"

Die IG Metall nimmt im Vorfeld der Tarifverhandlungen bei VW etwas Schärfe aus der Debatte. Wenige Tage vor Beginn der Gespräche über einen neuen Haustarifvertrag hat die Gewerkschaft Kompromissbereitschaft signalisiert.

Berlin - "Meinen Kollegen bei VW sage ich zur anstehenden Tarifrunde: Wir stehen vor einem schweren Auswärtsspiel und wollen mindestens einen Punkt holen", erklärte der Verhandlungsführer der IG Metall, Hartmut Meine, gegenüber der "Berliner Zeitung".

Meine warnte das Management allerdings davor, die Kampfbereitschaft der Beschäftigten zu unterschätzen. Mit einem Organisationsgrad von 97 Prozent sei die IG Metall bei VW "optimal aufgestellt".

Der Gewerkschafter, der Chef des IG Metall-Bezirks Hannover ist, bekräftigte seine Forderung nach vier Prozent mehr Lohn und einer Beschäftigungsgarantie. Gleichzeitig stellte er sich aber ausdrücklich hinter den Sparkurs des Managements: "Die Kostensituation bei VW muss man in den Griff kriegen", sagte Meine.

Allerdings gehe dies nicht wie von der Konzernleitung gefordert mit Nullrunden zu Lasten der Belegschaft. "Man muss an die Arbeitsprozesse, an die Arbeitsorganisation heran." Dort seien Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe möglich.

Die Tarifgespräche für die rund 103.000 westdeutschen VW-Beschäftigten beginnen am kommenden Mittwoch. Zuletzt hatte sich der Ton zwischen Management und Arbeitnehmervertretern spürbar verschärft, nachdem Finanzchef Hans Dieter Pötsch mit dem Abbau von 30.000 Jobs gedroht hatte.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.