Alitalia Ein Viertel muss gehen

Die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia hat den Gewerkschaften einen Sanierungsplan vorgelegt. Der sieht die Streichung von bis zu 5000 Stellen sowie die Spaltung der Airline in zwei Teile vor.

Rom - Wie die Alitalia am Dienstag bestätigte, sollen unter anderem 450 Piloten, 1050 Mitarbeiter des Kabinenpersonals, 1440 Wartungs-Mitarbeiter und fast 1000 Beschäftigte des Bodenpersonals entlassen werden. Mit diesem Schritt sollen dem Unternehmen zufolge rund 315 Millionen Euro in den Jahren 2005 und 2006 eingespart werden. Damit sind fast ein Viertel der Alitalia-Beschäftigten betroffen.

Die verbleibenden Mitarbeiter sollen dem Plan zufolge auf zwei Gesellschaften aufgeteilt werden. Rund 8500 Beschäftigte sollen in ein neues Unternehmen für das Bodenpersonal überführt werden, die restlichen 7800 Mitarbeiter in eines für Cockpit und Kabine.

Sollten die Gewerkschaften den Plänen zustimmen, kann die angeschlagene Fluglinie einen dringend benötigten Überbrückungskredit über 400 Millionen Euro erhalten. Ohne diesen droht Alitalia noch im September die Insolvenz, hatte CEO Giancarlo Cimoli angekündigt. Ein Arbeitnehmervertreter bezeichnete die Entscheidung über den vorliegenden Restrukturierungsplan als "Wahl zwischen Teufel und Belzebub".

Zudem wird seit längerem im Markt erwartet, dass Alitalia noch in der laufenden Woche eine Kapitalerhöhung über zwei Milliarden vorschlagen wird. Die Fluggesellschaft will die Summe bis März einnehmen. Ein Teil des Geldes ist für den Schuldenabbau eingeplant.

Grund für die Schieflage der Gesellschaft sind unter anderem Managementfehler. Während sich andere europäische Fluglinien in der Krise der vergangenen Jahre den Anforderungen gestellt und Kosten gesenkt hätten, habe sich Alitalia damit begnügt, ihr Netz auszudünnen, erklären Analysten. Dadurch seien vor allem die Kosten beim Bodenpersonal aus dem Ruder gelaufen.

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