Volkswagen 1,1 Milliarden Euro für Werke am Golf

Der Plan, mit dem Golfemirat Abu Dhabi Produktionslinien vor Ort aufzubauen, nimmt konkrete Konturen an. Bereits Anfang 2005 sollen die ersten fünf Projekte starten - hier sollen Zulieferteile für die Autobauer gefertigt werden.

Wolfsburg - Der Volkswagen-Konzern  und Abu Dhabi haben sich nach offiziellen Angaben im Grundsatz darauf geeinigt, ein Unternehmen zur Fertigung von Autoteilen im dem Golfemirat zu gründen.

Die Investitionssumme gab der Vorsitzende des Wirtschaftsbüros von Abu Dhabi, Scheich Hamed bin Sajed al-Nahajan, am Montag mit umgerechnet 1,13 Milliarden Euro an.

Ein VW-Sprecher bestätigte am späten Montagabend, dass gemeinsam mit Abu Dhabi und lokalen Investoren eine Gesellschaft zur Ansiedlung von Zulieferbetrieben gegründet worden sei. Geplant sei die Fertigung von Teilen und Komponenten für die Automobilindustrie. Dabei wolle man bei der Produktion von Aluminium, Kunststoffen und Gummi die günstigen Energiepreise in dem Golfemirat nutzen. Die Investitionssumme werde ausschließlich von den lokalen Partnern aufgebracht, sagte der Sprecher.

Das zweite Großprojekt in kurzer Zeit

Die staatliche Nachrichtenagentur WAM zitierte Al-Nahajan mit den Worten, die gemeinsame Holding-Gesellschaft werde Anfang des kommenden Jahres mit fünf Projekten beginnen. Aktionäre der neuen Holding-Gesellschaft sollen den Angaben zufolge Abu Dhabis staatliche Mubadala Development Company, Volkswagen und die General Holding Company der Vereinigten Arabischen Emirate werden.

Das Geschäft ist die jüngste Partnerschaft zwischen dem Emirat und dem größten europäischen Autohersteller. Im Mai hatte VW mit seinen arabischen Partnern Verträge zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für die Übernahme der Flottenmanagement-Aktivitäten der niederländischen Bank ABN unterzeichnet. In diesem Monat sollen zudem die Weichen für den Einstieg des Emirats als neuer Großaktionär gestellt werden. Am 16. September soll der Aufsichtsrat zusammenkommen, um über die geplante Beteiligung zu beraten.

Im Juni war ein VW-Vertreter von der "Financial Times" mit den Worten zitiert worden, das Unternehmen könnte wegen der hohen Kosten in Deutschland möglicherweise eine neue Fertigungsstätte suchen.

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