WTC Cantor verklagt Osama bin Laden

Kein Unternehmen hat bei den Anschlägen auf das World Trade Center mehr Mitarbeiter verloren als die Investmentbank Cantor Fitzgerald. Zum dritten Jahrestag der Terrortat verklagt das Unternehmen nun die Drahtzieher und vermeintliche Mittäter wie etwa Saudi-Arabien auf Schadenersatz.

New York/Hamburg - Bei den Anschlägen auf das World Trade Center vom 11. September 2001 kamen 658 Cantor-Mitarbeiter ums Leben - rund 60 Prozent der Belegschaft. Kein Unternehmen erlitt damals höhere Verluste an Menschenleben.

Fast drei Jahre nach der verheerenden Attacke fordert Cantor nun Schadenersatz von den Drahtziehern, potenziellen Mittätern und Helfern. Ende vergangener Woche hat das Unternehmen bei einem Bezirksgericht in New York eine entsprechende Klage über sieben Milliarden Dollar eingereicht.

Cantor verklagt das für die Anschläge verantwortliche Terrornetzwerk Al Kaida des Terrorpaten Osama bin Laden. Ebenfalls betroffen sind mehrere islamische Organisationen und Banken, die verdächtigt werden, die Anschläge durch Finanzierung und logistische Hilfe erst ermöglicht zu haben.

Zudem erhebt Cantor in der Klageschrift schwere Vorwürfe gegen Saudi-Arabien. Das Königreich habe um die Aktivitäten des Terrornetzwerkes gewusst. Mehr noch: Saudi-Arabien habe Al Kaida materiell unterstützt, so etwa bei der Geldwäsche und bei der Ausrüstung der Täter mit falschen Dokumenten. "Die ununterbrochene finanzielle und materielle Unterstützung erlaubte es Al Kaida, die Anschläge vom 11. September zu planen, zu koordinieren und durchzuführen", heißt es in der Klageschrift.

In vielen Punkten folgt Cantor einer bereits bestehenden Forderung mehrerer Versicherer. Im vergangenen Jahr haben rund 30 Assekuranzen, darunter die Münchener Rück , ebenfalls in New York von Saudi-Arabien, dem Iran, Syrien, dem Irak und dem Sudan sowie etwa 500 weiteren Beklagten Schadenersatz in Höhe von 300 Milliarden Dollar verlangt.

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