Tui Protest gegen Babcock-Klage

Einen hohen dreistelligen Millionenbetrag klagt der insolvente Babcock-Borsig-Konzern bei einem seiner Großgläubiger ein - Tui. Der lässt prompt eine geharnischte Reaktion folgen und weist jegliche Schuld von sich.

Hamburg - Der Reisekonzern Tui  hält die Klage der früheren Tochter Babcock Borsig  für aussichtslos. Als Großgläubiger des insolventen Anlagenbauers halte Tui zudem die mit der Klage verbundenen Kosten für "nicht zu rechtfertigen, sagte ein Tui-Sprecher am Montag in Hannover. Babcock Borsig hatte in der vergangenen Woche beim Landgericht Duisburg eine Feststellungsklage gegen den Hannoveraner Reisekonzern eingereicht. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt", die sich auf Unternehmenskreise beruft, sollen sich die Forderungen "im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich" bewegen.

Babcock Borsig wirft Tui vor, die früheren Preussag-Beteiligungen an der Kieler Werft HDW, der Preussag Noell GmbH und der Preussag Wasser- und Rohrtechnik im Jahr 1999 zu einem überhöhten Preis an Babcock weiter gegeben zu haben. Die Klage stützt sich laut dem Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" auf ein von Insolvenzverwalter Helmut Schmitz in Auftrag gegebenes Gutachten des Bochumer Rechtsprofessors Uwe Hüffner.

So sei der Gesamtwert der HDW seinerzeit mit rund 1,3 Milliarden Mark veranschlagt worden, obwohl nach einer Plausibilitätsprüfung eines Wirtschaftsprüfers der U-Boot-Bauer "allenfalls 960 Millionen wert war".

Der Gläubigerausschuss von Babcock Borsig habe sich am vergangenen Mittwoch zu rechtlichen Schritten gegen die Tui entschlossen, nachdem die Hannoveraner eine außergerichtliche Einigung Mitte August abgelehnt hätten. Zudem laufe die Verjährungsfrist für eine Klage am 10. September aus.

Ein Tui-Sprecher verwies darauf, dass die Werthaltigkeit der Sachanlagen 1999 von zwei Wirtschaftsprüfern und vom Registergericht geprüft worden sei. Dies sei auch der Grund, warum das Unternehmen eine außergerichtliche Einigung mit Babcock abgelehnt habe. Es gebe keinerlei Ansätze für einen Vergleich. Es gebe auch keinen Anlass für ein Schuldeingeständnis, sagte der Sprecher.

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