Lufthansa Dumping-Streit mit Dortmund

Von 15 auf zwei Euro senkt Air Berlin eigenmächtig seine Abfertigungsgebühr pro Passagier in Dortmund. "Das ist das, was Easyjet auch zahlen muss", begründet die Airline den Schritt. Die Lufthansa droht damit, dem Beispiel zu folgen. Auch auf anderen Flughäfen wolle man gegen Subventionen für Billig-Airlines vorgehen.

Frankfurt/Düsseldorf - Die beiden größten deutschen Fluggesellschaften Lufthansa  und Air Berlin setzen den Flughafen Dortmund wegen der ihrer Ansicht nach zu niedrigen Gebühren für den britischen Billig-Konkurrenten Easyjet unter Druck.

Air Berlin zahlt nach eigenen Angaben ab sofort nur noch zwei Euro Abfertigungsgebühr pro Passagier anstelle von bisher rund 15 Euro. "Das ist das, was auch Easyjet zahlen muss", sagte Air Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (Freitag-Ausgabe). "Wir sind nicht dazu da, unsere Mitbewerber zu subventionieren und wollen nur eine Gleichbehandlung erreichen."

Die Lufthansa prüft einen ähnlichen Schritt. "Wir haben noch nicht entschieden, ob wir ebenfalls einseitig die Gebühren senken. Aber klar ist, dass unsere Passagiere mit den höheren Entgelten unfair behandelt werden", sagte Lufthansa-Sprecher Frank Püttmann. Es sei ein Unding, dass der Flughafen mit Niedrigstgebühren arbeite und Verluste mache, die dann von den Stadtwerken Dortmund als Mehrheitseigner und damit von der öffentlichen Hand getragen würden. Das gleiche Spiel laufe am Flughafen Weetze/Niederrhein, wo die Fluglinie VBird begünstigt werde und der Landkreis Kleve für Verluste gerade stehe.

Flughafen Dortmund streitet Preisunterschiede ab

Der Flughafen Dortmund wollte sich zu dem Gebührenstreit nicht äußern. "Air Berlin ist ein großer Partner, mit dem wir gut zusammenarbeiten. Wir haben aber auch das Ziel, neue Airlines an den Platz zu bekommen", sagte der Sprecher lediglich. Von Wettbewerbsverzerrung am Flughafen Dortmund könne keine Rede sein und verwies auf die im Internet präsentierte Entgeltordnung. Lufthansa wie auch Air Berlin erklärten, sie würden unter die alte Gebührenordnung mit entsprechend höheren Abgaben fallen.

Air Berlin war im vorigen Jahr mit einem Passagierwachstum um gut 80 Prozent auf 650.000 mit Abstand größter Anbieter in Dortmund. Nach dem Einstieg von Easyjet in diesem Frühsommer reduzierte die Fluggesellschaft ihr Angebot in Dortmund, so dass für 2004 allerdings immer noch mit rund 450.000 Passagieren gerechnet werde. Die Lufthansa fliegt nach eigenen Angaben auf ihrer einzigen Strecke Dortmund-München gut 100.000 Passagiere im Jahr.

Air Berlin geht bereits in Berlin auf dem Klageweg gegen unterschiedliche Gebühren vor. Hier war ebenfalls die Ansiedlung von Easyjet der Auslöser.

Im Zuge des immens harten Wettbewerbs in der Luftfahrt erwarten Branchenexperten weitere Auseinandersetzungen um die Subventionierung von Billigfluglinien. Sowohl für ausländische Anbieter wie die irische Ryanair und Ryanair als auch für deutsche Billiglinien wie die mit Lufthansa verbundene Germanwings oder die TUI-Tochter Hapag-Lloyd-Express sind günstige Gebühren oder so genannte Marketing-Zuschüsse der Flughäfen zur günstigen Preiskalkulation.