Insolvenzen Normalisierung nicht in Sicht

Knapp 20.000 Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2004 in Deutschland Insolvenz angemeldet - 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Unverändert kritisch ist die Situation allerdings bei den Privatpleiten.

Wiesbaden - Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juni wieder gestiegen. Mit 3445 Unternehmen sei die Zahl um 6,6 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

Die seit Anfang des Jahres bis Mai zu beobachtende rückläufige Entwicklung hat sich damit nicht fortgesetzt. Im ersten Halbjahr ging die Zahl der Unternehmenspleiten gleichwohl um 0,1 Prozent auf 19.939 leicht zurück.

Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stagniert, nahmen die Insolvenzen der übrigen Schuldner um ein Viertel zu. Besonders drastisch mit knapp 40 Prozent stieg die Zahl der zahlungsunfähigen Verbraucher.

"Eine Normalisierung ist hier noch nicht absehbar", sagte ein Sprecher des Statistikamtes. "Weil die wirtschaftliche Situation derzeit nicht so gut ist, wird es noch einige Zeit dauern, bis diese Welle abebbt."

Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen geht immer noch auf eine Gesetzesänderung zurück: "Seit 2002 gibt es die Möglichkeit der Stundung. Es gab einen ganzen Berg insolventer Haushalte, der jetzt nach und nach abgearbeitet wird." Auch die Zahl der insolventen Personengesellschaften und Selbstständigen stieg im ersten Halbjahr erneut deutlich an.

Die offenen Forderungen der Gläubiger beliefen sich in der ersten Jahreshälfte nach Angaben der Gerichte auf fast 20 Milliarden Euro, rund ein Zehntel weniger als vor einem Jahr.

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