Volkswagen Schachernde Scheichs

Beim Einstieg des Emirats Abu Dhabi bei Volkswagen scheint es Probleme zu geben. Einem Pressebericht zufolge wollen die Investoren vom Persischen Golf den Preis für ihr Aktienpaket drücken.

Frankfurt - Abu Dhabi will vor dem Hintergrund des gesunkenen Aktienkurses von Volkswagen für den geplanten Einstieg beim Wolfsburger Autobauer einen niedrigeren Preis durchsetzen als ursprünglich vereinbart. Dies wolle die Regierung des Wüstenstaats in derzeit laufenden Nachverhandlungen erreichen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) ohne Quellenangabe.

Ein Volkswagen-Sprecher sagte am Donnerstagabend zu den Verhandlungen mit Abu Dhabi: "Die Gespräche laufen konstruktiv weiter, und es läuft auf einen Vertragsschluss hinaus." Er ergänzte: "Es gibt keine Indikation, dass sich am Interesse Abu Dhabis an einem langfristigen Engagement etwas geändert hat."

Volkswagen  ging früheren Angaben zufolge von einem Einstieg des Emirats bis Anfang Oktober aus. Der Konzern hatte im Mai mit seinen arabischen Partnern die Verträge zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für die Übernahme der Flottenmanagement-Aktivitäten der niederländischen Bank ABN Amro unterzeichnet. Im Zuge dieses Geschäfts will sich Abu Dhabi mit bis zu zehn Prozent am Aktienkapital von Volkswagen beteiligen.

Der "FAZ" zufolge war das Aktienpaket bei Bekanntgabe der Pläne Ende April an der Börse rund 1,6 Milliarden Euro wert. Die Summe habe sich durch den Kursverfall von VW auf inzwischen 1,3 Milliarden Euro reduziert. Der Volkswagen-Aufsichtsrat will Mitte September darüber beraten, zu welchen Konditionen das Geschäft mit Abu Dhabi abgeschlossen werden soll.