Yukos Produktionsstopp als Preistreiber

Yukos entpuppt sich einmal mehr als Auslöser für eine Rallye am Ölmarkt. Ein drohender Produktionsstopp des größten russischen Ölexporteurs hat die Notierungen an den Märkten am Donnerstag deutlich in die Höhe getrieben.

Moskau/Hamburg - In London schnellte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober erstmals seit gut einer Woche zeitweise wieder über 42 Dollar. Zuletzt kostete ein Barrel 41,99 Dollar. Das waren 52 Cent mehr als am Vortag.

Auch in New York zogen die Notierungen weiter deutlich an. Am Mittag kostete ein Barrel Rohöl zur Oktoberauslieferung 44,46 Dollar, 46 Cent mehr als am Vortag. Am Mittwoch hatten die gesunkenen US-Lagerbestände den Barrel-Preis um mehr als zwei Dollar in die Höhe getrieben. "Die niedrigen Öllagerbestände haben die Sorge vor Versorgungsengpässen wieder wach gerufen", hieß es bei der DBS Bank.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte erneut Yukos. Das Unternehmen könne zu einem Produktionsstopp gezwungen sein, nachdem ein Gericht Geschäftskonten gesperrt habe, teilte der russische Ölkonzern in Moskau mit. Gesperrt seien die laufenden Guthaben wie auch künftige Eingänge in Gesamthöhe von 2,15 Milliarden Euro.

Der Konzern habe keine Möglichkeit mehr, Löhne und Gehälter auszuzahlen und schließe soziale Spannungen in Regionen sowie einen kompletten Produktionsstopp nicht mehr aus. Bereits seit Wochen trägt das juristische Tauziehen in Russland zur Verunsicherung an den Rohstoffmärkten bei.

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