DaimlerChrysler "Anpassen oder sterben"

In Todesnähe befinden sich Zulieferer der Marke Chrysler, wenn man die Warnung von Konzernlenker Dieter Zetsche wörtlich nimmt. Qualität, Innovationsfreude und Produktivität der Geschäftspartner lassen demnach zu wünschen übrig. Nun will Zetsche gemeinsam mit den Managern von Ford und GM den Druck erhöhen.

Detroit - Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat den Druck auf die US-Autozulieferer verstärkt und eine höhere Produktivität verlangt. "Es heißt, sich anpassen oder sterben", sagte Zetschte einem Bericht der "Detroit News" (Donnerstag) zufolge auf einem Autokongress in Detroit.

Die Kosten bei den Zulieferern seien zu hoch, auch mit der Qualität sei er nicht immer zufrieden. Manager von Ford  und General Motors  stimmten Zetsche zu.

"Insgesamt gesehen haben wir den Druck für Qualität und Innovation zu schwach angesetzt", sagte der Chrysler-Chef. Reduzierten die Autozulieferer ihre Kosten nicht deutlich, verliere die US-Autobranche gegenüber der ausländischen Konkurrenz weiter an Boden. DaimlerChrysler  , Ford und General Motors beziehen etwa 80 Prozent aller in den USA produzierten Autoteile.

Chryslers Sonderposition in der Rabattschlacht

Der Preisdruck auf dem US-Automarkt wird auch durch eine seit Monaten tobende Rabattschlacht forciert. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Edmunds errechnete für Juli bei den US-Autobauern einen durchschnittlichen Preisnachlass von 4011 Dollar pro Fahrzeug. Laut Jesse Toprak, Leiter der Preisstatistik, ist das der höchste jemals gemessene Wert. Unterm Strich sind die Autopreise seit Jahresanfang um 16 Prozent gefallen.

Diese Erosion ist ein Indiz für die Überkapazitäten auf dem wichtigsten Automarkt der Welt, der mit jährlich 17 Millionen verkauften Fahrzeugen fünf Mal so groß ist wie Deutschland. Ford und GM machen immer großzügigere Sonderangebote, um gegen die starke Konkurrenz japanischer Modelle - allen voran Toyota - sowie deutsche Luxusmarken nicht noch Marktanteile zu verlieren.

Hier war Chrysler bisher allerdings eine Ausnahme unter Detroits "Big Three". Chrysler schaffte es sogar, seine Nettopreise deutlich anzuheben. Diese stiegen laut Edmunds seit Januar um zwölf Prozent, sodass der durchschnittliche Rabatt bei der Chrysler-Gruppe, zu der auch die Marken Jeep und Dodge gehören, derzeit nur noch bei 3354 Dollar liegt.

"Chrysler ist eine Ausnahme vom aktuellen Trend", sagte Toprak, "Deren neue Modelle, etwa die 300er Serie oder der neue Minivan, kommen bei den Konsumenten derzeit so gut an, dass hohe Rabatte nicht notwendig sind."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.