Corporate Architecture "BMW überragt alle"

Was zeigen die Zentralen der Dax-30-Konzerne? Kluge, gewitzte Baukunst oder eher langweiliges, einfältiges Design? manager-magazin.de präsentiert alle 30 Vorstandsresidenzen im Überblick; der Hamburger Stararchitekt Hadi Teherani kommentiert die Fotoauswahl.
Von Martin Scheele
Münchener Wahrzeichen: Das 1972 errichtete und 1973 bezogene BMW-Gebäude in Form eines Vierzylinders von Karl Schwanzer gilt unter Architekten als geradezu perfekt und durch seinen zeitlosen und identifizierenden Charakter als ein Meilenstein der Architekturgeschichte.

Münchener Wahrzeichen: Das 1972 errichtete und 1973 bezogene BMW-Gebäude in Form eines Vierzylinders von Karl Schwanzer gilt unter Architekten als geradezu perfekt und durch seinen zeitlosen und identifizierenden Charakter als ein Meilenstein der Architekturgeschichte.

Foto: BMW
Alles Gute kommt von oben: 22-geschossig ragen die BMW-Türme in den Münchener Himmel. Das Besondere an der Bauweise des Hochhauses ist, dass alle Stockwerke am Boden im Rohbau entstanden und "von oben nach unten" installiert wurden. Hierzu wurden die Stockwerke am Zentralturm, dem Rückgrat aus Beton, hydraulisch nach oben gezogen. Die nächst unteren Stockwerke wurden jeweils angehängt und ebenfalls gehoben. Der BMW-Turm ist also ein Hängehaus. Kleinste bauliche Veränderungen im Gebäude müssen genau geprüft werden. Das liegt daran, dass das Gewicht genau austariert ist.

Alles Gute kommt von oben: 22-geschossig ragen die BMW-Türme in den Münchener Himmel. Das Besondere an der Bauweise des Hochhauses ist, dass alle Stockwerke am Boden im Rohbau entstanden und "von oben nach unten" installiert wurden. Hierzu wurden die Stockwerke am Zentralturm, dem Rückgrat aus Beton, hydraulisch nach oben gezogen. Die nächst unteren Stockwerke wurden jeweils angehängt und ebenfalls gehoben. Der BMW-Turm ist also ein Hängehaus. Kleinste bauliche Veränderungen im Gebäude müssen genau geprüft werden. Das liegt daran, dass das Gewicht genau austariert ist.

Foto: BMW
BMW-Fazit von Hadi Teherani: "BMW ist die absolute Ausnahmeerscheinung. Seit Mitte der 70er Jahre arbeitet man dort an einer Philosophie des Unternehmens vom Briefkopf bis zur Architektur. Die Erfolge gehören zu den architektonischen Meilensteinen Deutschlands. Ganz im Gegensatz zur Autostadt von Volkswagen wird das auch für das neue Erlebnis- und Auslieferungszentrum in München gelten. Langfristig angelegte Strategien zahlen sich immer aus."

BMW-Fazit von Hadi Teherani: "BMW ist die absolute Ausnahmeerscheinung. Seit Mitte der 70er Jahre arbeitet man dort an einer Philosophie des Unternehmens vom Briefkopf bis zur Architektur. Die Erfolge gehören zu den architektonischen Meilensteinen Deutschlands. Ganz im Gegensatz zur Autostadt von Volkswagen wird das auch für das neue Erlebnis- und Auslieferungszentrum in München gelten. Langfristig angelegte Strategien zahlen sich immer aus."

Foto: BMW
Alt mit neuen Elementen: Die denkmalgeschützte, eher langweilige Backsteinfassade der Conti-Zentrale wurde mit Glaselementen aufgefrischt. Die Fabrik wurde 1906 erbaut, der Umbau zur Hauptverwaltung des Automobilzulieferers in den Jahren 1990 bis 1992 geht auf Pläne des Hannoveraner Architekten Ivan Kozjak zurück.

Alt mit neuen Elementen: Die denkmalgeschützte, eher langweilige Backsteinfassade der Conti-Zentrale wurde mit Glaselementen aufgefrischt. Die Fabrik wurde 1906 erbaut, der Umbau zur Hauptverwaltung des Automobilzulieferers in den Jahren 1990 bis 1992 geht auf Pläne des Hannoveraner Architekten Ivan Kozjak zurück.

Foto: Continental AG
Backstein mit Glas: Durch die Glaselemente verschmelzen die verschiedenen Gebäude der Conti-Zentrale zu einer Einheit. Der Stammsitz liegt im Norden Hannovers an der Vahrenwalder Straße.

Backstein mit Glas: Durch die Glaselemente verschmelzen die verschiedenen Gebäude der Conti-Zentrale zu einer Einheit. Der Stammsitz liegt im Norden Hannovers an der Vahrenwalder Straße.

Foto: Continental AG
Foto: Continental AG
Von weitem blinkt der Stern: Die DaimlerChrysler-Zentrale wurde 1986 bis 1990 erbaut nach Plänen der Düsseldorfer Architektengruppe BHLM. Federführend war der Architekt Rolf Maschlanka. Der Gebäudekomplex erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von rund 155.000 Quadratmetern und beherbergt neben dem Konzernvorstand auch die zentralen Stabs- und Forschungsbereiche.

Von weitem blinkt der Stern: Die DaimlerChrysler-Zentrale wurde 1986 bis 1990 erbaut nach Plänen der Düsseldorfer Architektengruppe BHLM. Federführend war der Architekt Rolf Maschlanka. Der Gebäudekomplex erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von rund 155.000 Quadratmetern und beherbergt neben dem Konzernvorstand auch die zentralen Stabs- und Forschungsbereiche.

Foto: DaimlerChrysler
Steinwüste: DaimlerChrysler hat sich mit dem Stammsitz seine eigene "Stadt in der Stadt" geschaffen. Die Zentrale liegt in Stuttgart-Möhringen, verkehrsgünstig gelegen an der Autobahn A8 und nur wenige Minuten entfernt vom Flughafen der Schwaben-Metropole.

Steinwüste: DaimlerChrysler hat sich mit dem Stammsitz seine eigene "Stadt in der Stadt" geschaffen. Die Zentrale liegt in Stuttgart-Möhringen, verkehrsgünstig gelegen an der Autobahn A8 und nur wenige Minuten entfernt vom Flughafen der Schwaben-Metropole.

Foto: DaimlerChrysler
DaimlerChrysler-Fazit von Hadi Teherani: "Die eigene Stadt in der Stadt hat viel Imperiales und Unbewegtes. Fortbewegung findet architektonisch überhaupt nicht statt. Eine Art Pentagon, bei dem sich der Stern aber nur wie ein Tankstellenlogo auf dem Dach befindet. Davon abgesehen ist die gesamte Anlage mit ihren formalen Spielereien zu nervös und unruhig, Beleg einer unbeholfenen Mode aus der Vorsaison. Alles Merkmale, die den Autos nicht passieren dürfen. BMW ist architektonisch zwei Jahrzehnte schneller."

DaimlerChrysler-Fazit von Hadi Teherani: "Die eigene Stadt in der Stadt hat viel Imperiales und Unbewegtes. Fortbewegung findet architektonisch überhaupt nicht statt. Eine Art Pentagon, bei dem sich der Stern aber nur wie ein Tankstellenlogo auf dem Dach befindet. Davon abgesehen ist die gesamte Anlage mit ihren formalen Spielereien zu nervös und unruhig, Beleg einer unbeholfenen Mode aus der Vorsaison. Alles Merkmale, die den Autos nicht passieren dürfen. BMW ist architektonisch zwei Jahrzehnte schneller."

Foto: DaimlerChrysler
Blick auf das Volkswagen-Gelände: 1,1 Millionen Quadratmeter Land sind in Wolfsburg vom Automobilbauer VW belegt.

Blick auf das Volkswagen-Gelände: 1,1 Millionen Quadratmeter Land sind in Wolfsburg vom Automobilbauer VW belegt.

Zweckbau der 50er Jahre: Das Volkswagen-Verwaltungsgebäude ist eine Landmarke der Wolfsburger Autostadt. Baubeginn der Hauptverwaltung war das Jahr 1957, fertig gestellt wurde das Gebäude 1959. Entworfen hat es die Bauabteilung von Volkswagen.

Zweckbau der 50er Jahre: Das Volkswagen-Verwaltungsgebäude ist eine Landmarke der Wolfsburger Autostadt. Baubeginn der Hauptverwaltung war das Jahr 1957, fertig gestellt wurde das Gebäude 1959. Entworfen hat es die Bauabteilung von Volkswagen.

Volkswagen-Fazit von Hadi Teherani: "Die stärkste Symbolkraft legt bei Volkswagen in Wolfsburg das inzwischen für Veranstaltungen genutzte Kraftwerk an den Tag, danach kommt das markante historische Verwaltungshochhaus und erst dann die Autostadt mit ihren wenig markenspezifischen Markenpavillons. Der Begriff Volkswagen kann insofern für die Architektur auch zur Belastung werden. Einzigartigkeit ist nur historisch gefragt."

Volkswagen-Fazit von Hadi Teherani: "Die stärkste Symbolkraft legt bei Volkswagen in Wolfsburg das inzwischen für Veranstaltungen genutzte Kraftwerk an den Tag, danach kommt das markante historische Verwaltungshochhaus und erst dann die Autostadt mit ihren wenig markenspezifischen Markenpavillons. Der Begriff Volkswagen kann insofern für die Architektur auch zur Belastung werden. Einzigartigkeit ist nur historisch gefragt."

Auf's Geld geachtet: Der wenig spektakuläre Bau der Allianz wurde 1954 nach Plänen des Architekten Josef Wiedemann fertig gestellt. Die Konzernzentrale liegt im Münchener Stadtteil Schwabing.

Auf's Geld geachtet: Der wenig spektakuläre Bau der Allianz wurde 1954 nach Plänen des Architekten Josef Wiedemann fertig gestellt. Die Konzernzentrale liegt im Münchener Stadtteil Schwabing.

Es grünt, so grün: Pflanzlicher Wildwuchs vor der Allianz-Zentrale in der Münchener Königinstraße. Das Headquarter des Finanzkonzerns grenzt mit der Rückseite an den Englischen Garten.

Es grünt, so grün: Pflanzlicher Wildwuchs vor der Allianz-Zentrale in der Münchener Königinstraße. Das Headquarter des Finanzkonzerns grenzt mit der Rückseite an den Englischen Garten.

Allianz-Fazit von Hadi Teherani: "Versicherungsunternehmen setzen sehr auf Beständigkeit, Langfristigkeit und Tradition. Das sollte jedoch nicht ausschließen, diesen Anspruch auch in neuen, zeitgemäßen Formen zu verwirklichen. Der Architektur fehlt hier jeder kommunikative Anspruch. Der Sprung vom äußeren Bild des Sanatoriums in das begehbare Kunstobjekt der Flure kommt viel zu unvermittelt."

Allianz-Fazit von Hadi Teherani: "Versicherungsunternehmen setzen sehr auf Beständigkeit, Langfristigkeit und Tradition. Das sollte jedoch nicht ausschließen, diesen Anspruch auch in neuen, zeitgemäßen Formen zu verwirklichen. Der Architektur fehlt hier jeder kommunikative Anspruch. Der Sprung vom äußeren Bild des Sanatoriums in das begehbare Kunstobjekt der Flure kommt viel zu unvermittelt."

Foto: DDP
An Wolken kratzen: Architekt Norman Foster hat den 56 Stockwerke hohen Bau entworfen, der in den Jahren 1993 bis 1997 errichtet wurde. Der Commerzbank-Klotz ragt (ohne Aufbauten) 258,7 Meter in die Höhe. Damit überragt er als Frankfurts höchster Wolkenkratzer auch den zwei Meter niedrigeren Messeturm.

An Wolken kratzen: Architekt Norman Foster hat den 56 Stockwerke hohen Bau entworfen, der in den Jahren 1993 bis 1997 errichtet wurde. Der Commerzbank-Klotz ragt (ohne Aufbauten) 258,7 Meter in die Höhe. Damit überragt er als Frankfurts höchster Wolkenkratzer auch den zwei Meter niedrigeren Messeturm.

Foto: Commerzbank
Hoher Wiedererkennungswert: Hochhäuser können innovativ sein, das sieht man an diesem Foster-Bau. Mit seiner Drei-Säulen-Form hat der Coba-Turm einen hohen Wiedererkennungswert.

Hoher Wiedererkennungswert: Hochhäuser können innovativ sein, das sieht man an diesem Foster-Bau. Mit seiner Drei-Säulen-Form hat der Coba-Turm einen hohen Wiedererkennungswert.

Foto: Commerzbank
Commerzbank-Fazit von Hadi Teherani: "Das Gebäude ist innovativ und offen, gleichzeitig aber durch seine drei Säulen auch wehrhaft und massiv, mit hohem Wiedererkennungswert. In der Konkurrenz der Frankfurter Banken war es offenbar wichtig, Macht durch Höhe zu demonstrieren. Bescheidenheit war nicht das Thema. Im Inneren überwiegen unterkühlte Stimmungen."

Commerzbank-Fazit von Hadi Teherani: "Das Gebäude ist innovativ und offen, gleichzeitig aber durch seine drei Säulen auch wehrhaft und massiv, mit hohem Wiedererkennungswert. In der Konkurrenz der Frankfurter Banken war es offenbar wichtig, Macht durch Höhe zu demonstrieren. Bescheidenheit war nicht das Thema. Im Inneren überwiegen unterkühlte Stimmungen."

Foto: Commerzbank
Dem Himmel entgegen: Die zwei Bürohochhäuser der Deutschen Bank, im Volksmund "Soll und Haben" genannt, erheben sich 155 Meter über die Frankfurter Taunusanlage und wurden 1984 errichtet, geplant von den ABB-Architekten.

Dem Himmel entgegen: Die zwei Bürohochhäuser der Deutschen Bank, im Volksmund "Soll und Haben" genannt, erheben sich 155 Meter über die Frankfurter Taunusanlage und wurden 1984 errichtet, geplant von den ABB-Architekten.

Verstrebungen aller Orten: Die Eingangshalle der Deutschen Bank drückt mit ihren Säulen Stabilität aus.

Verstrebungen aller Orten: Die Eingangshalle der Deutschen Bank drückt mit ihren Säulen Stabilität aus.

Deutsche-Bank-Fazit von Hadi Teherani: "Im Inneren strahlt die Bank architektonisch mehr als außen. Trotz seiner Totalverglasung wirkt der Komplex nach außen verschlossen und abweisend. Der Flachbau stellt sich in den Weg. Als Machtdemonstration hat die Anlage bei aller Leichtigkeit etwas Pyramidenhaftes. Das Logo ist deutlich stärker als seine architektonische Entsprechung."

Deutsche-Bank-Fazit von Hadi Teherani: "Im Inneren strahlt die Bank architektonisch mehr als außen. Trotz seiner Totalverglasung wirkt der Komplex nach außen verschlossen und abweisend. Der Flachbau stellt sich in den Weg. Als Machtdemonstration hat die Anlage bei aller Leichtigkeit etwas Pyramidenhaftes. Das Logo ist deutlich stärker als seine architektonische Entsprechung."

Foto: DDP
Unspektakulär: Die Verwaltung der Deutschen Börse und der Computerhandel Xetra sind Mitte 2000 in die "Neue Börse" nach Frankfurt-Hausen umgezogen. Die neue Konzernzentrale, in der die Deutsche Börse nur Mieter ist, liegt im Westen der Main-Metropole.

Unspektakulär: Die Verwaltung der Deutschen Börse und der Computerhandel Xetra sind Mitte 2000 in die "Neue Börse" nach Frankfurt-Hausen umgezogen. Die neue Konzernzentrale, in der die Deutsche Börse nur Mieter ist, liegt im Westen der Main-Metropole.

Foto: Deutsche Börse AG
Bitte nicht stolpern: Kleine Steinstelen geben der neuen Börsen-Zentrale den Hauch einer künstlerischen Note. Errichtet wurde der Gebäudekomplex nach den Plänen des dänischen Architektenbüros Vola.

Bitte nicht stolpern: Kleine Steinstelen geben der neuen Börsen-Zentrale den Hauch einer künstlerischen Note. Errichtet wurde der Gebäudekomplex nach den Plänen des dänischen Architektenbüros Vola.

Foto: Deutsche Börse
Deutsche-Börse-Fazit von Hadi Teherani: "Als zentraler Marktplatz des Aktienhandels hat der Bau keinerlei Ausstrahlung. Jede historische Markthalle für Obst und Gemüse bringt ihr Anliegen markanter zum Ausdruck. Die äußere Erscheinung der Büroetagen ist völlig belanglos, jedes Finanzamt ist hier genauso gut unterzubringen. Innen wird das Unternehmen Deutsche Börse mit Kunst und Kapitalnachrichten aufgemöbelt, außen mit Kunst am Bau. Wirtschaft ist viel spannender als hier demonstriert."

Deutsche-Börse-Fazit von Hadi Teherani: "Als zentraler Marktplatz des Aktienhandels hat der Bau keinerlei Ausstrahlung. Jede historische Markthalle für Obst und Gemüse bringt ihr Anliegen markanter zum Ausdruck. Die äußere Erscheinung der Büroetagen ist völlig belanglos, jedes Finanzamt ist hier genauso gut unterzubringen. Innen wird das Unternehmen Deutsche Börse mit Kunst und Kapitalnachrichten aufgemöbelt, außen mit Kunst am Bau. Wirtschaft ist viel spannender als hier demonstriert."

Foto: Deutsche Börse AG
Angeregt vom Münchener Nachbarn: Die Ähnlichkeit der HypoVereinsbank-Zentrale zum älteren BMW-Gebäude ist augenfällig. 1982 - mehr als zehn Jahre nach dem BMW-Bau - wurde die HVB-Zentrale am Münchener Arabellapark errichtet nach Plänen des Architekten Walther Betz.

Angeregt vom Münchener Nachbarn: Die Ähnlichkeit der HypoVereinsbank-Zentrale zum älteren BMW-Gebäude ist augenfällig. 1982 - mehr als zehn Jahre nach dem BMW-Bau - wurde die HVB-Zentrale am Münchener Arabellapark errichtet nach Plänen des Architekten Walther Betz.

Foto: DPA
Mit Accessoires glänzen: Im Inneren schmückt sich die HypoVereinsbank-Zentrale mit viel Kunst. HVB-Chef Dieter Rampl und seine Vorstandskollegen residieren aber nicht hier, sondern in der alten Zentrale der alten Vereinsbank am Tucherpark

Mit Accessoires glänzen: Im Inneren schmückt sich die HypoVereinsbank-Zentrale mit viel Kunst. HVB-Chef Dieter Rampl und seine Vorstandskollegen residieren aber nicht hier, sondern in der alten Zentrale der alten Vereinsbank am Tucherpark

Foto: Oliver Betz
HVB-Fazit von Hadi Teherani: "Die Hochhaustürme hängen plakativ an Säulen, eine Variante zum BMW-Haus, die aber weniger überzeugt. Die filigrane Fassade lässt nicht unbedingt auf eine Bank schließen, insgesamt entwickelt sich der Baukörper zu einer Himmelsleiter. Viel wichtiger nehmen die Architekten den Innenraum, hier passiert sehr viel, was von außen gar nicht zu erwarten ist. Außen entsteht eher das Bild einer Forschungsstätte."

HVB-Fazit von Hadi Teherani: "Die Hochhaustürme hängen plakativ an Säulen, eine Variante zum BMW-Haus, die aber weniger überzeugt. Die filigrane Fassade lässt nicht unbedingt auf eine Bank schließen, insgesamt entwickelt sich der Baukörper zu einer Himmelsleiter. Viel wichtiger nehmen die Architekten den Innenraum, hier passiert sehr viel, was von außen gar nicht zu erwarten ist. Außen entsteht eher das Bild einer Forschungsstätte."

Foto: Oliver Betz
Geschuppte Scheiben: Die Doppelglasfassade der neuen Münchener-Rück-Zentrale, in dem sich das alte Hauptgebäude spiegelt, strahlt Innovation aus. Der glasdominierte Bau stammt im Kern aus dem Jahr 1970 und wurde im Jahr 2002 nach Plänen des Architektenbüros Baumschlager und Eberle runderneuert.

Geschuppte Scheiben: Die Doppelglasfassade der neuen Münchener-Rück-Zentrale, in dem sich das alte Hauptgebäude spiegelt, strahlt Innovation aus. Der glasdominierte Bau stammt im Kern aus dem Jahr 1970 und wurde im Jahr 2002 nach Plänen des Architektenbüros Baumschlager und Eberle runderneuert.

Foto: Bruchhaus/Lachenmann
Gegensätze ziehen sich an: Mit dem alten Hauptgebäude an der Königinstraße 107 beruft sich die Münchener Rück auf ihre Wurzeln. Das klassizistische Bauwerk stammt aus dem Jahr 1913 und wurde von den Architekten Oswald Eduard Bieber und Wilhelm Hollweck entworfen.

Gegensätze ziehen sich an: Mit dem alten Hauptgebäude an der Königinstraße 107 beruft sich die Münchener Rück auf ihre Wurzeln. Das klassizistische Bauwerk stammt aus dem Jahr 1913 und wurde von den Architekten Oswald Eduard Bieber und Wilhelm Hollweck entworfen.

Foto: Münchener Rück
Münchener-Rück-Fazit von Hadi Teherani: "Der mit viel Aufwand und Glas überformte ehemalige Altbau aus Sichtbeton rettet das vorhandene Baurecht und schafft trotz aller bestehender Vorgaben nicht nur einen faszinierenden Bürobau, sondern vor allem ein grandioses Wechselspiel zwischen historischem Gegenüber und modernem, innovativem Auftritt. Nur Gegensätze ziehen sich an. Künstlerisch aufgeladene Gänge im Untergeschoss sorgen für kurze interne Verbindungen."

Münchener-Rück-Fazit von Hadi Teherani: "Der mit viel Aufwand und Glas überformte ehemalige Altbau aus Sichtbeton rettet das vorhandene Baurecht und schafft trotz aller bestehender Vorgaben nicht nur einen faszinierenden Bürobau, sondern vor allem ein grandioses Wechselspiel zwischen historischem Gegenüber und modernem, innovativem Auftritt. Nur Gegensätze ziehen sich an. Künstlerisch aufgeladene Gänge im Untergeschoss sorgen für kurze interne Verbindungen."

Foto: Münchener Rück
Kunst vor dem Haus: Die Zentrale von Altana in Bad Homburg wurde Ende 2002 fertig gestellt - nach Plänen des Architekten Jochem Jourdan. Kostenpunkt der Baumaßnahme: 20 Millionen Euro.

Kunst vor dem Haus: Die Zentrale von Altana in Bad Homburg wurde Ende 2002 fertig gestellt - nach Plänen des Architekten Jochem Jourdan. Kostenpunkt der Baumaßnahme: 20 Millionen Euro.

Foto: Altana / Dieter Leistner
Blubbernde Chemie: Bei Abend und bei Nacht leuchtet es blau vor dem Am Pilgerrain gelegenen Herbert-Quandt-Haus, das die Altana-Zentrale und die Herbert-Quandt-Stiftung beherbergt.

Blubbernde Chemie: Bei Abend und bei Nacht leuchtet es blau vor dem Am Pilgerrain gelegenen Herbert-Quandt-Haus, das die Altana-Zentrale und die Herbert-Quandt-Stiftung beherbergt.

Foto: Altana / Mirko Krizanovic
Foto: Altana / Dieter Leistner
Höhe als alleiniges Architekturkriterium: Beim BASF-Turm in Ludwigshafen sucht man vergeblich nach identifizierenden Elementen. Der Bau entstand im Jahr 1957 nach Plänen des Architekturbüros HPP Hentrich, Pentschnigg & Partner.

Höhe als alleiniges Architekturkriterium: Beim BASF-Turm in Ludwigshafen sucht man vergeblich nach identifizierenden Elementen. Der Bau entstand im Jahr 1957 nach Plänen des Architekturbüros HPP Hentrich, Pentschnigg & Partner.

Foto: BASF AG
Szene mit Kunden: Die Eingangshalle der BASF-Zentrale präsentiert sich schmucklos.

Szene mit Kunden: Die Eingangshalle der BASF-Zentrale präsentiert sich schmucklos.

Foto: BASF AG
BASF-Fazit von Hadi Teherani: "Das Verwaltungshochhaus zeigt - wie jedes andere Hochhaus auch - Größe, den Drang nach oben. Dieser Anspruch ist aber unspezifisch, so treten auch Rathäuser auf oder Universitäten. Deswegen ist der Gebäudekopf mit dem weithin lesbaren Firmennamen sehr wichtig. Diesem Anspruch eine dritte Dimension zu geben, wäre angesichts der Produktpalette gar nicht schwierig. Vielleicht ließen sich für Kunststoffe sogar neue Anwendungen erschließen."

BASF-Fazit von Hadi Teherani: "Das Verwaltungshochhaus zeigt - wie jedes andere Hochhaus auch - Größe, den Drang nach oben. Dieser Anspruch ist aber unspezifisch, so treten auch Rathäuser auf oder Universitäten. Deswegen ist der Gebäudekopf mit dem weithin lesbaren Firmennamen sehr wichtig. Diesem Anspruch eine dritte Dimension zu geben, wäre angesichts der Produktpalette gar nicht schwierig. Vielleicht ließen sich für Kunststoffe sogar neue Anwendungen erschließen."

Foto: BASF AG
Eine Stadt, ein Konzern: Eigentlich hätten Architekten hier nicht viel falsch machen können. Denn Leverkusen ist Bayer - und Bayer ist Leverkusen. Und trotzdem: Der Architekt Helmut Jahn hat im Jahr 2000 ein erfrischend lebendiges und unverwechselbares Gebäude konzipiert.

Eine Stadt, ein Konzern: Eigentlich hätten Architekten hier nicht viel falsch machen können. Denn Leverkusen ist Bayer - und Bayer ist Leverkusen. Und trotzdem: Der Architekt Helmut Jahn hat im Jahr 2000 ein erfrischend lebendiges und unverwechselbares Gebäude konzipiert.

Foto: Bayer AG
Spieglein, Spieglein in der Halle: Im gläsernen Bayer-Bau spiegelt sich die alte Unternehmenszentrale, so wird geschickt eine Verbindung zu der Geschichte des Konzerns aufgezeigt.

Spieglein, Spieglein in der Halle: Im gläsernen Bayer-Bau spiegelt sich die alte Unternehmenszentrale, so wird geschickt eine Verbindung zu der Geschichte des Konzerns aufgezeigt.

Foto: Bayer AG
Bayer-Fazit von Hadi Teherani: "Ein erfrischend modernes, transparentes und nachvollziehbares Gebäude mit guten Ideen im städtebaulichen Wechselspiel zwischen Hochhaus und Flachbau. Die halbovale, gerade mal 15 Meter hohe Formation vermittelt Offenheit und Neugier, die überhohe Pergola als Eingangsmotiv demonstriert mit schlichten Mitteln einen hohen Anspruch. Das Firmenlogo ist, nicht so bierernst wie sonst, als Wasserfläche angelegt."

Bayer-Fazit von Hadi Teherani: "Ein erfrischend modernes, transparentes und nachvollziehbares Gebäude mit guten Ideen im städtebaulichen Wechselspiel zwischen Hochhaus und Flachbau. Die halbovale, gerade mal 15 Meter hohe Formation vermittelt Offenheit und Neugier, die überhohe Pergola als Eingangsmotiv demonstriert mit schlichten Mitteln einen hohen Anspruch. Das Firmenlogo ist, nicht so bierernst wie sonst, als Wasserfläche angelegt."

Foto: Bayer AG
Raumschiff Fresenius: Die Konzernzentrale des hessischen Gesundheitskonzerns wurde nach den Plänen der Architekten Gus Olbrechts und Wolfgang Ritter (Ritter + Partner) sowie Ernst Höhler (Höhler + Partner) 1998 erbaut. Die Kosten beliefen sich auf rund 50 Millionen Euro einschließlich der Einrichtung.

Raumschiff Fresenius: Die Konzernzentrale des hessischen Gesundheitskonzerns wurde nach den Plänen der Architekten Gus Olbrechts und Wolfgang Ritter (Ritter + Partner) sowie Ernst Höhler (Höhler + Partner) 1998 erbaut. Die Kosten beliefen sich auf rund 50 Millionen Euro einschließlich der Einrichtung.

Foto: Fresenius AG
Pompös, herrschaftlich: Die Hauptverwaltung in der Bad Homburger Else-Kröner-Straße 1 wirkt trotz einiger architektonischer Schwächen identitätstiftend. Hier residiert als einer von drei Unternehmensbereichen auch der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC), über den der Fresenius-Konzern im Dax 30 vertreten ist.

Pompös, herrschaftlich: Die Hauptverwaltung in der Bad Homburger Else-Kröner-Straße 1 wirkt trotz einiger architektonischer Schwächen identitätstiftend. Hier residiert als einer von drei Unternehmensbereichen auch der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC), über den der Fresenius-Konzern im Dax 30 vertreten ist.

Foto: Fresenius AG
Fresenius-Fazit von Hadi Teherani: "Hier könnte Sonnenkönig Ludwig XIV. am Werk gewesen sein, eine pompöse herrschaftliche Anlage aus vielen kleinen Elementen. Symmetrieachsen und Hierarchien entstammen einem sehr traditionellen Ansatz. Trotzdem wirkt der Industriebau in der Umsetzung mit modernen Materialien identitätstiftend. Die typische Flucht der Gewerbegebiete in eine zum Ausgleich scheinbar beeindruckende pompöse Architektur."

Fresenius-Fazit von Hadi Teherani: "Hier könnte Sonnenkönig Ludwig XIV. am Werk gewesen sein, eine pompöse herrschaftliche Anlage aus vielen kleinen Elementen. Symmetrieachsen und Hierarchien entstammen einem sehr traditionellen Ansatz. Trotzdem wirkt der Industriebau in der Umsetzung mit modernen Materialien identitätstiftend. Die typische Flucht der Gewerbegebiete in eine zum Ausgleich scheinbar beeindruckende pompöse Architektur."

Foto: Fresenius AG
Zu ihrer Zeit modern: Die Konzernzentrale von Schering entstand nach den Plänen der Architekten Kiemle, Kreidt & Partner in den Jahren 1970 bis 1974. Damals galt die Zentrale als recht modern. Die Baukosten beliefen sich auf umgerechnet 30 Millionen Euro.

Zu ihrer Zeit modern: Die Konzernzentrale von Schering entstand nach den Plänen der Architekten Kiemle, Kreidt & Partner in den Jahren 1970 bis 1974. Damals galt die Zentrale als recht modern. Die Baukosten beliefen sich auf umgerechnet 30 Millionen Euro.

Foto: M. Lindner / Schering
Ungewöhnlicher Belag: Farbenfroher Teppich dominiert die Eingangshalle der Schering-Zentrale an der Müllerstraße im Berliner Arbeiterbezirk Wedding.

Ungewöhnlicher Belag: Farbenfroher Teppich dominiert die Eingangshalle der Schering-Zentrale an der Müllerstraße im Berliner Arbeiterbezirk Wedding.

Foto: M. Lindner / Schering
Schering-Fazit von Hadi Teherani: "Das Gebäude ist als Zeitzeuge einer vergangenen, wachstumsverwöhnten Architekturepoche von dokumentarischem und durchaus ästhetischem Wert. Langfristig stellt sich die Frage, mit welchem Aufwand solche Gebäude zu aktualisieren sind."

Schering-Fazit von Hadi Teherani: "Das Gebäude ist als Zeitzeuge einer vergangenen, wachstumsverwöhnten Architekturepoche von dokumentarischem und durchaus ästhetischem Wert. Langfristig stellt sich die Frage, mit welchem Aufwand solche Gebäude zu aktualisieren sind."

Foto: M. Lindner / Schering
Rund und mit Säulen: Noch teilt sich der Chiphersteller Infineon seine Zentrale mit Epcos, einem anderen Siemens-Ableger. Der Bau wurde 1979 nach Plänen des Architekten Toby Schmidbauer errichtet. Bis zum Herbst 2005 soll in München ein neuer Campus für Infineon entstehen - das Campeon genannte Headquarter, welches ab 2006 einen Großteil der verstreuten Infineon-Büros an einem Standort zusammenfassen soll.

Rund und mit Säulen: Noch teilt sich der Chiphersteller Infineon seine Zentrale mit Epcos, einem anderen Siemens-Ableger. Der Bau wurde 1979 nach Plänen des Architekten Toby Schmidbauer errichtet. Bis zum Herbst 2005 soll in München ein neuer Campus für Infineon entstehen - das Campeon genannte Headquarter, welches ab 2006 einen Großteil der verstreuten Infineon-Büros an einem Standort zusammenfassen soll.

Foto: DPA
Infineon-Fazit von Hadi Teherani: "Der Gebäudebogen zum Logo ist offenbar schlicht und ergreifend, mehr Kommentar geben die Bilder nicht her. Und mehr ist offenbar auch nicht zu zeigen."

Infineon-Fazit von Hadi Teherani: "Der Gebäudebogen zum Logo ist offenbar schlicht und ergreifend, mehr Kommentar geben die Bilder nicht her. Und mehr ist offenbar auch nicht zu zeigen."

Foto: DPA
Riesiges Rechenzentrum: Die Konzernzentrale von SAP wurde 1992 nach den Plänen des Walldorfer Architektenbüros Vorfelder fertig gestellt. Inzwischen besteht das Hauptquartier aus 13 Gebäuden.

Riesiges Rechenzentrum: Die Konzernzentrale von SAP wurde 1992 nach den Plänen des Walldorfer Architektenbüros Vorfelder fertig gestellt. Inzwischen besteht das Hauptquartier aus 13 Gebäuden.

Foto: SAP AG
Weitverzweigtes Gebäude-Ensemble: Lange Flure verbinden die Baueinheiten der SAP-Zentrale im badischen Walldorf nahe Heidelberg. Der Haupteingang befindet sich in der Neurottstraße.

Weitverzweigtes Gebäude-Ensemble: Lange Flure verbinden die Baueinheiten der SAP-Zentrale im badischen Walldorf nahe Heidelberg. Der Haupteingang befindet sich in der Neurottstraße.

Foto: SAP AG / Wolfram Scheible
SAP-Fazit von Hadi Teherani: "Ein gesichtsloser Komplex mit altbackenen Schmuckelementen wie aus dem Anker-Steinbaukasten. Ein Zweckbau, der nur sein Logo in den Himmel halten kann. Der Rest ist Symmetrie und Schweigen."

SAP-Fazit von Hadi Teherani: "Ein gesichtsloser Komplex mit altbackenen Schmuckelementen wie aus dem Anker-Steinbaukasten. Ein Zweckbau, der nur sein Logo in den Himmel halten kann. Der Rest ist Symmetrie und Schweigen."

Foto: Credits: SAP AG / Wolfram Scheible
Wie ein Campus angeordnet: Die Konzernzentrale der Deutschen Telekom, in der sie nur Mieter ist, wurde von dem Architektenbüro Belz Lutz Guggenberger entworfen und in den Jahren 1990 bis 1995 realisiert.

Wie ein Campus angeordnet: Die Konzernzentrale der Deutschen Telekom, in der sie nur Mieter ist, wurde von dem Architektenbüro Belz Lutz Guggenberger entworfen und in den Jahren 1990 bis 1995 realisiert.

Foto: Telekom
Aufgeräumte Weite: Im Eingangsbereich der Telekom-Zentrale an der Bonner Friedrich-Ebert-Allee herrscht kein Platzmangel.

Aufgeräumte Weite: Im Eingangsbereich der Telekom-Zentrale an der Bonner Friedrich-Ebert-Allee herrscht kein Platzmangel.

Foto: Telekom
Deutsche-Telekom-Fazit von Hadi Teherani: "Das Logo dominiert hier sehr stark, weil es sich mit seinen quadratischen Grundelementen im und am Gebäude formal fortsetzt. Das gut funktionierende, als Campus angelegte Bürogebäude könnte das Thema Kommunikation bei einem so kundenorientierten Unternehmen stärker vermitteln. Der Wiedererkennungswert beschränkt sich auf die architektonischen Ableitungen des Logos. Schwebende Leichtigkeit zeigt nur das aufgeständerte Hauptgebäude."

Deutsche-Telekom-Fazit von Hadi Teherani: "Das Logo dominiert hier sehr stark, weil es sich mit seinen quadratischen Grundelementen im und am Gebäude formal fortsetzt. Das gut funktionierende, als Campus angelegte Bürogebäude könnte das Thema Kommunikation bei einem so kundenorientierten Unternehmen stärker vermitteln. Der Wiedererkennungswert beschränkt sich auf die architektonischen Ableitungen des Logos. Schwebende Leichtigkeit zeigt nur das aufgeständerte Hauptgebäude."

Foto: Deutsche Telekom
Dominanter Post-Stempel: Der Architekt Helmut Jahn ersann für den Logistikkonzern einen hypermodernen Wolkenkratzer. Es scheint fast so, als wolle die Post damit den letzten Mief der Behördenzeit abschütteln. In einer Hinsicht ist ihr das gelungen: Der Turm übertrumpft mit über 162 Metern Höhe und 40 Geschossen die einstigen Regierungsgebäude der alten Bundeshauptstadt Bonn, wie zum Beispiel das "Langer Eugen" genannte ehemalige Abgeordnetenhaus in nächster Nachbarschaft.

Dominanter Post-Stempel: Der Architekt Helmut Jahn ersann für den Logistikkonzern einen hypermodernen Wolkenkratzer. Es scheint fast so, als wolle die Post damit den letzten Mief der Behördenzeit abschütteln. In einer Hinsicht ist ihr das gelungen: Der Turm übertrumpft mit über 162 Metern Höhe und 40 Geschossen die einstigen Regierungsgebäude der alten Bundeshauptstadt Bonn, wie zum Beispiel das "Langer Eugen" genannte ehemalige Abgeordnetenhaus in nächster Nachbarschaft.

Glas überall: Auch beim Heraustreten aus den Aufzugsgruppen genießt der Besucher den Blick ins Weite. Die Grundfläche des Post-Turms hat die Form zweier zueinander versetzter Halbellipsen. Das Hochhaus wurde in den Jahren 2000 bis 2002 gebaut und liegt idyllisch in den Bonner Rheinauen an der Charles-de-Gaulle-Straße.

Glas überall: Auch beim Heraustreten aus den Aufzugsgruppen genießt der Besucher den Blick ins Weite. Die Grundfläche des Post-Turms hat die Form zweier zueinander versetzter Halbellipsen. Das Hochhaus wurde in den Jahren 2000 bis 2002 gebaut und liegt idyllisch in den Bonner Rheinauen an der Charles-de-Gaulle-Straße.

Deutsche-Post-Fazit von Hadi Teherani: "Städtebaulich und topografisch ist die Dimension des Baus als Landmarke an dieser Stelle sicher heikel, auch in seiner Dominanz zu den ehemaligen Gebäuden der Bundesregierung, vor allem dem Abgeordnetenhaus 'Langer Eugen'. Dass ein Unternehmen wie die Post wichtiger ist, wage ich anzuzweifeln. Zudem ist der Turm so elegant wie ein Kostüm von der Stange. Ich weiß nicht recht, was für Esso oder Mitsubishi geändert werden müsste. Bedeutung und Größe sind als architektonisches Bild zu unspezifisch."

Deutsche-Post-Fazit von Hadi Teherani: "Städtebaulich und topografisch ist die Dimension des Baus als Landmarke an dieser Stelle sicher heikel, auch in seiner Dominanz zu den ehemaligen Gebäuden der Bundesregierung, vor allem dem Abgeordnetenhaus 'Langer Eugen'. Dass ein Unternehmen wie die Post wichtiger ist, wage ich anzuzweifeln. Zudem ist der Turm so elegant wie ein Kostüm von der Stange. Ich weiß nicht recht, was für Esso oder Mitsubishi geändert werden müsste. Bedeutung und Größe sind als architektonisches Bild zu unspezifisch."

Umzugsfreudig: Noch residiert die Deutsche Lufthansa in einem ollen Hochhaus in Köln. Das neue Gebäude am Frankfurter Flughafen, entworfen von dem Architektenbüro Ingenhoven und Partner, wird nach Abschluss des ersten Bauabschnitts Ende 2004 Platz für 1800 Mitarbeiter bieten. Es kann dank seiner modularen Baustruktur nach Bedarf auf bis zu 4500 Arbeitsplätze ausgebaut werden.

Umzugsfreudig: Noch residiert die Deutsche Lufthansa in einem ollen Hochhaus in Köln. Das neue Gebäude am Frankfurter Flughafen, entworfen von dem Architektenbüro Ingenhoven und Partner, wird nach Abschluss des ersten Bauabschnitts Ende 2004 Platz für 1800 Mitarbeiter bieten. Es kann dank seiner modularen Baustruktur nach Bedarf auf bis zu 4500 Arbeitsplätze ausgebaut werden.

Foto: Lufthansa
Investition in die Zukunft: Die Kosten für das Neubauprojekt der Deutschen Lufthansa liegen bei rund 200 Millionen Euro.

Investition in die Zukunft: Die Kosten für das Neubauprojekt der Deutschen Lufthansa liegen bei rund 200 Millionen Euro.

Foto: Lufthansa
Lufthansa-Fazit von Hadi Teherani: "Wenn schon die Bahnhöfe das Fliegen lernen, dann muss die Firmenzentrale der Lufthansa natürlich erst recht fliegen. Dem geplanten Neubau am Frankfurter Flughafen gelingt das sehr überzeugend, ohne dass die Architektur in eine banale, direkte Umsetzung des Motivs abgleitet. In diesem Projekt sehe ich heute schon den Klassiker von morgen. Mir sind die Flügel für die Geschwindigkeiten ringsum nur etwas zu kurz geraten. Und ich vermisse das Lufthansa-Gelb. Der ältere Kölner Bau ist dagegen stoisch geradlinig und genauso langweilig, weil er nichts thematisiert außer "Büros, Büros, Büros ..."

Lufthansa-Fazit von Hadi Teherani: "Wenn schon die Bahnhöfe das Fliegen lernen, dann muss die Firmenzentrale der Lufthansa natürlich erst recht fliegen. Dem geplanten Neubau am Frankfurter Flughafen gelingt das sehr überzeugend, ohne dass die Architektur in eine banale, direkte Umsetzung des Motivs abgleitet. In diesem Projekt sehe ich heute schon den Klassiker von morgen. Mir sind die Flügel für die Geschwindigkeiten ringsum nur etwas zu kurz geraten. Und ich vermisse das Lufthansa-Gelb. Der ältere Kölner Bau ist dagegen stoisch geradlinig und genauso langweilig, weil er nichts thematisiert außer "Büros, Büros, Büros ..."

Foto: Lufthansa
Kein Ferienflair: Der Sitz des Reisekonzerns Tui, aus dem ehemaligen Stahlkocher Preussag hervorgegangen, an der Karl-Wiechert-Allee in Hannover wirkt gesichtslos.

Kein Ferienflair: Der Sitz des Reisekonzerns Tui, aus dem ehemaligen Stahlkocher Preussag hervorgegangen, an der Karl-Wiechert-Allee in Hannover wirkt gesichtslos.

Foto: Christian Wyrwa / TUI
Ecke als Treppenhaus: Die ehemalige Preussag- und heutige Tui-Zentrale wurde nach Plänen des Hannoveraner Architektenbüros Bahlo, Könke, Stoßberg in den Jahren 1986 bis 1988 gebaut.

Ecke als Treppenhaus: Die ehemalige Preussag- und heutige Tui-Zentrale wurde nach Plänen des Hannoveraner Architektenbüros Bahlo, Könke, Stoßberg in den Jahren 1986 bis 1988 gebaut.

Foto: Christian Wyrwa / TUI
Tui-Fazit von Hadi Teherani: "Das neue Tui-Logo ist genial, weit besser als der außen finster-steinerne Bau. Reiselust verbinde ich mit diesem Monument nicht. Ich sehe auch keine Farbharmonie zwischen Logo und Natursteinfassade. Innen ist der Bau viel freundlicher, obwohl mich auch dort der Bodenbelag stört, wahrscheinlich wie die Fassade das Ergebnis eines ominösen Kosten-Nutzen-Denkens, welches das eigentliche Ziel des Gebäudes zu keinem Zeitpunkt erreicht. Wahrscheinlich hat jeder der Mitarbeiter Reisefotos ganz anderer Art zu Hause."

Tui-Fazit von Hadi Teherani: "Das neue Tui-Logo ist genial, weit besser als der außen finster-steinerne Bau. Reiselust verbinde ich mit diesem Monument nicht. Ich sehe auch keine Farbharmonie zwischen Logo und Natursteinfassade. Innen ist der Bau viel freundlicher, obwohl mich auch dort der Bodenbelag stört, wahrscheinlich wie die Fassade das Ergebnis eines ominösen Kosten-Nutzen-Denkens, welches das eigentliche Ziel des Gebäudes zu keinem Zeitpunkt erreicht. Wahrscheinlich hat jeder der Mitarbeiter Reisefotos ganz anderer Art zu Hause."

Foto: Christian Wyrwa / TUI
Machtdemonstration: Mit dem axial aufgebauten, symmetrischen Bau einschließlich zentralem Eingang flößt der Wiesbadener Linde-Konzern dem Besucher Respekt ein und formuliert unmissverständlich seinen Geltungsanspruch.

Machtdemonstration: Mit dem axial aufgebauten, symmetrischen Bau einschließlich zentralem Eingang flößt der Wiesbadener Linde-Konzern dem Besucher Respekt ein und formuliert unmissverständlich seinen Geltungsanspruch.

Linde-Fazit von Hadi Teherani: "Symmetrie mit Bogen, das demonstriert Macht. Für die Firmenzentrale eines internationalen Technologiekonzerns scheint mir das ein bisschen wenig. Selbst Logo und Flaggen fehlen auf den Fotos."

Linde-Fazit von Hadi Teherani: "Symmetrie mit Bogen, das demonstriert Macht. Für die Firmenzentrale eines internationalen Technologiekonzerns scheint mir das ein bisschen wenig. Selbst Logo und Flaggen fehlen auf den Fotos."

Einfachheit ist Trumpf: Die Konzernzentrale von MAN in der Münchener Ungererstraße wurde 1986 nach Plänen des Architekturbüros Lands errichtet.

Einfachheit ist Trumpf: Die Konzernzentrale von MAN in der Münchener Ungererstraße wurde 1986 nach Plänen des Architekturbüros Lands errichtet.

Erleuchtet in der Nacht: Die MAN-Hauptverwaltung liegt im Münchener Nordosten nahe der Autobahn A9 nach Nürnberg. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (M.A.N.) wurde 1986 auf die Gutehoffnungshütte Aktienverein AG zur MAN Aktiengesellschaft mit Sitzverlegung nach München verschmolzen.

Erleuchtet in der Nacht: Die MAN-Hauptverwaltung liegt im Münchener Nordosten nahe der Autobahn A9 nach Nürnberg. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (M.A.N.) wurde 1986 auf die Gutehoffnungshütte Aktienverein AG zur MAN Aktiengesellschaft mit Sitzverlegung nach München verschmolzen.

MAN-Fazit von Hadi Teherani: "Es würde mir leichter fallen, in einen Lkw einzusteigen, als diesen Haupteingang zu betreten, der genauso unnahbar und unfreundlich ist wie die ganze Eingangshalle. Ein Satz von Heinz Bienefeld kommt mir dabei in den Sinn: 'Wenn es Musik gibt, die heilende Wirkung hat, muss es auch eine Musik geben, die krank macht.' Diese These ist auf Architektur übertragbar."

MAN-Fazit von Hadi Teherani: "Es würde mir leichter fallen, in einen Lkw einzusteigen, als diesen Haupteingang zu betreten, der genauso unnahbar und unfreundlich ist wie die ganze Eingangshalle. Ein Satz von Heinz Bienefeld kommt mir dabei in den Sinn: 'Wenn es Musik gibt, die heilende Wirkung hat, muss es auch eine Musik geben, die krank macht.' Diese These ist auf Architektur übertragbar."

Weiß, so weiß: Das Siemens-Forum am Münchener Oskar-von-Miller-Ring hat der US-Architekt Richard Meier entworfen und dabei Elemente aus dem Schiffbau aufgenommen. Der 1999 bezogene Bau verfügt über eine Gesamtfläche von 43.000 Quadratmetern auf neun Stockwerken, sechs davon oberirdisch, und beherbergt rund 600 Arbeitsplätze. In dem für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil sind das Siemens-Forum mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen und eine Cafeteria untergebracht.

Weiß, so weiß: Das Siemens-Forum am Münchener Oskar-von-Miller-Ring hat der US-Architekt Richard Meier entworfen und dabei Elemente aus dem Schiffbau aufgenommen. Der 1999 bezogene Bau verfügt über eine Gesamtfläche von 43.000 Quadratmetern auf neun Stockwerken, sechs davon oberirdisch, und beherbergt rund 600 Arbeitsplätze. In dem für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil sind das Siemens-Forum mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen und eine Cafeteria untergebracht.

Foto: Siemens AG
Tradierte Architektur: Die Siemens-Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz 2 in der Münchener Max-Vorstadt residiert in einem historischen Gebäude und ist über zwei Innenhöfe mit dem neuen Siemens-Forum am Oskar-von-Miller-Ring verbunden.

Tradierte Architektur: Die Siemens-Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz 2 in der Münchener Max-Vorstadt residiert in einem historischen Gebäude und ist über zwei Innenhöfe mit dem neuen Siemens-Forum am Oskar-von-Miller-Ring verbunden.

Foto: Siemens AG
Siemens-Fazit von Hadi Teherani: "Das neue Siemens-Forum bedient sich einer sehr seriösen, international eingesetzten und darum stets bekannten und geläufigen Architektursprache. Diese hat in ihrer ewig ähnlichen Diktion jedoch Schwierigkeiten, sich individuell und spezifisch zu äußern - bezogen auf Aufgabe, Standort und Unternehmen. Die Corporate Identity, weiß emaillierte Fassadentafeln, dient eigentlich eher dem Architekten als den Bauherren."

Siemens-Fazit von Hadi Teherani: "Das neue Siemens-Forum bedient sich einer sehr seriösen, international eingesetzten und darum stets bekannten und geläufigen Architektursprache. Diese hat in ihrer ewig ähnlichen Diktion jedoch Schwierigkeiten, sich individuell und spezifisch zu äußern - bezogen auf Aufgabe, Standort und Unternehmen. Die Corporate Identity, weiß emaillierte Fassadentafeln, dient eigentlich eher dem Architekten als den Bauherren."

Foto: Siemens AG
Alles zu seiner Zeit: Das so genannte Dreischeibenhaus an der August-Thyssen-Straße wurde von den Architekten H. Hentrich und H. Petschnigg entworfen und in den Jahren 1957 bis 1960 erbaut. Der Baukörper der heutigen ThyssenKrupp-Zentrale besteht aus drei parallel versetzten Scheiben. Das Gebäude gilt als beispielhaft für den Hochhausbau in Deutschland und steht unter Denkmalschutz.

Alles zu seiner Zeit: Das so genannte Dreischeibenhaus an der August-Thyssen-Straße wurde von den Architekten H. Hentrich und H. Petschnigg entworfen und in den Jahren 1957 bis 1960 erbaut. Der Baukörper der heutigen ThyssenKrupp-Zentrale besteht aus drei parallel versetzten Scheiben. Das Gebäude gilt als beispielhaft für den Hochhausbau in Deutschland und steht unter Denkmalschutz.

ThyssenKrupp-Fazit von Hadi Teherani: "Dieses Hochhaus ist das schlagende Symbol für den deutschen Wiederaufbau, wenn auch amerikanischen Vorbildern nachempfunden, inzwischen auf hohem Standard und nach Kriterien der Denkmalpflege rundum saniert. Der Bau ist in seiner Zeichenhaftigkeit für Düsseldorf kaum zu überbieten. Dunkle Gänge und enge Fensterteilungen lassen sich deshalb verschmerzen."

ThyssenKrupp-Fazit von Hadi Teherani: "Dieses Hochhaus ist das schlagende Symbol für den deutschen Wiederaufbau, wenn auch amerikanischen Vorbildern nachempfunden, inzwischen auf hohem Standard und nach Kriterien der Denkmalpflege rundum saniert. Der Bau ist in seiner Zeichenhaftigkeit für Düsseldorf kaum zu überbieten. Dunkle Gänge und enge Fensterteilungen lassen sich deshalb verschmerzen."

Paradebeispiel für Public-Private-Partnership: Die Eon-Hauptverwaltung und den integrierten "museum kunst palast" erdachte Oswald Ungers, der 1995 als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorging. Die historische Fassade des alten Gebäudes, in den 20er Jahren von Wilhelm Kreis entworfen, blieb bewusst erhalten und ist in den Neubau integriert.

Paradebeispiel für Public-Private-Partnership: Die Eon-Hauptverwaltung und den integrierten "museum kunst palast" erdachte Oswald Ungers, der 1995 als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorging. Die historische Fassade des alten Gebäudes, in den 20er Jahren von Wilhelm Kreis entworfen, blieb bewusst erhalten und ist in den Neubau integriert.

Foto: E.on
Leuchtende Rechtecke: In der aufgeräumt wirkenden Eingangshalle der Eon-Zentrale dominiert der Stein. Der gesamte Komplex umfasst neben einer Halle für Wechselausstellungen und einem Museum auch den Robert-Schumann-Konzertsaal für 800 Personen. Die Kunststadt Düsseldorf gewann durch die kulturellen Einrichtungen deutlich an Attraktivität.

Leuchtende Rechtecke: In der aufgeräumt wirkenden Eingangshalle der Eon-Zentrale dominiert der Stein. Der gesamte Komplex umfasst neben einer Halle für Wechselausstellungen und einem Museum auch den Robert-Schumann-Konzertsaal für 800 Personen. Die Kunststadt Düsseldorf gewann durch die kulturellen Einrichtungen deutlich an Attraktivität.

Foto: E.on
Eon-Fazit von Hadi Teherani: "Energie wäre als Thema wunderbar architektonisch umzusetzen, hier ist der Auftritt dagegen sehr klassisch, seriös, bodenständig, sauber gelöst. Trotzdem entsteht im Inneren ein recht freundliches Ambiente. Die Energie muss im Stein stecken, sonst ist sie nicht zu finden."

Eon-Fazit von Hadi Teherani: "Energie wäre als Thema wunderbar architektonisch umzusetzen, hier ist der Auftritt dagegen sehr klassisch, seriös, bodenständig, sauber gelöst. Trotzdem entsteht im Inneren ein recht freundliches Ambiente. Die Energie muss im Stein stecken, sonst ist sie nicht zu finden."

Foto: E.on

Essener Ausrufezeichen: Der Versorger RWE ließ 1996 einen mit Masten 162 Meter hohen Zylinder errichten, der vom Architekturbüro Ingenhoven und Partner geplant wurde.

Essener Ausrufezeichen: Der Versorger RWE ließ 1996 einen mit Masten 162 Meter hohen Zylinder errichten, der vom Architekturbüro Ingenhoven und Partner geplant wurde.

Foto: DPA
Foto: DDP
RWE-Fazit von Hadi Teherani: "Ein innovativer, städtebaulich und im Detail gut gemachter Turm mit Hubschrauberlandeplatz, in dem auch die energetischen Anliegen des Bauherrn eine Rolle spielen. So gelassen und themenorientiert wie hier treten die Hochhäuser in Frankfurt selten auf. Leider wird der Unterschied zwischen einem Stück Bauwerk und einem Stück Architektur von Banken und Investoren selten genug gewürdigt."

RWE-Fazit von Hadi Teherani: "Ein innovativer, städtebaulich und im Detail gut gemachter Turm mit Hubschrauberlandeplatz, in dem auch die energetischen Anliegen des Bauherrn eine Rolle spielen. So gelassen und themenorientiert wie hier treten die Hochhäuser in Frankfurt selten auf. Leider wird der Unterschied zwischen einem Stück Bauwerk und einem Stück Architektur von Banken und Investoren selten genug gewürdigt."

Von der Kaserne zur Laufstrecke: Die Konzernzentrale von Adidas-Salomon war einst die so genannte Herzo-Base, in der US-Soldaten stationiert waren. Das Kasernengebäude war bereits 1936 für deutsche Truppen errichtet worden. Der Umbau zur Hauptverwaltung von Adidas-Salomon wurde nach den Plänen des Architektenbüros Babler + Lodde im Jahr 1999 fertig gestellt. Die Umbaukosten beliefen sich auf 70 Millionen Mark.

Von der Kaserne zur Laufstrecke: Die Konzernzentrale von Adidas-Salomon war einst die so genannte Herzo-Base, in der US-Soldaten stationiert waren. Das Kasernengebäude war bereits 1936 für deutsche Truppen errichtet worden. Der Umbau zur Hauptverwaltung von Adidas-Salomon wurde nach den Plänen des Architektenbüros Babler + Lodde im Jahr 1999 fertig gestellt. Die Umbaukosten beliefen sich auf 70 Millionen Mark.

Foto: Adidas-Salomon
Bitte eintreten: Die längliche Eingangshalle besticht mit Sitzgruppen in poppigen Farben, schlichten Säulen und schickem Holzfußboden. Einzelne Turnschuhmodelle von Adidas-Salomon werden wie Kunstobjekte ausgestellt.

Bitte eintreten: Die längliche Eingangshalle besticht mit Sitzgruppen in poppigen Farben, schlichten Säulen und schickem Holzfußboden. Einzelne Turnschuhmodelle von Adidas-Salomon werden wie Kunstobjekte ausgestellt.

Foto: Adidas Salomon
Adidas-Fazit von Hadi Teherani: "Gesundheit und Sport sind sehr zeitgemäße Motive. Auch Gebäude können im Hinblick auf ihre Energiebilanz sportlich sein und demgemäß sportlich, filigran und dynamisch auftreten. Ganz falsch wäre eine unmittelbare Umsetzung und Abbildung der Produktwelt. Denkbar sind vielleicht, wie angedeutet, Baumaterialien mit Bezug zur Welt der Stadien."

Adidas-Fazit von Hadi Teherani: "Gesundheit und Sport sind sehr zeitgemäße Motive. Auch Gebäude können im Hinblick auf ihre Energiebilanz sportlich sein und demgemäß sportlich, filigran und dynamisch auftreten. Ganz falsch wäre eine unmittelbare Umsetzung und Abbildung der Produktwelt. Denkbar sind vielleicht, wie angedeutet, Baumaterialien mit Bezug zur Welt der Stadien."

Foto: Adidas-Salomon
Backsteinarchitektur: Das historische Verwaltungsgebäude des Henkel-Konzerns in Düsseldorf-Holthausen entwarf Walter Furthmann in den 20er Jahren.

Backsteinarchitektur: Das historische Verwaltungsgebäude des Henkel-Konzerns in Düsseldorf-Holthausen entwarf Walter Furthmann in den 20er Jahren.

Späteres Verwaltungsgebäude: Bei der Erweiterung seiner Verwaltungsflächen setzte der Henkel-Konzern auf einfache Zweckbauten.

Späteres Verwaltungsgebäude: Bei der Erweiterung seiner Verwaltungsflächen setzte der Henkel-Konzern auf einfache Zweckbauten.

Henkel-Fazit von Hadi Teherani: "Die Henkel-Zentrale verdeutlicht sehr schön, mit welchem architektonischen Anspruch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts Industriebauten entstanden. Die Eingangshalle mit der Büste des Gründervaters, den Grünpflanzen und dem Schachbrettmuster des Fußbodens zeugt von gesunder Tradition, ohne spießig zu wirken. Der Stolz der Gründer kommt unmittelbar zum Ausdruck, auf angenehme Art und Weise. Alte Werbeelemente demonstrieren die Traditionslinien des Unternehmens. Die immer noch qualitätsvollen Folgebauten haben es dagegen umso schwerer."

Henkel-Fazit von Hadi Teherani: "Die Henkel-Zentrale verdeutlicht sehr schön, mit welchem architektonischen Anspruch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts Industriebauten entstanden. Die Eingangshalle mit der Büste des Gründervaters, den Grünpflanzen und dem Schachbrettmuster des Fußbodens zeugt von gesunder Tradition, ohne spießig zu wirken. Der Stolz der Gründer kommt unmittelbar zum Ausdruck, auf angenehme Art und Weise. Alte Werbeelemente demonstrieren die Traditionslinien des Unternehmens. Die immer noch qualitätsvollen Folgebauten haben es dagegen umso schwerer."

Klare Strukturen: Die neue Zentrale des Handelskonzerns Metro wurde im Jahr 2001 fertig gestellt. Für die Architektur verantwortlich zeichnet das Düsseldorfer Büro Eller und Eller. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf rund 30 Millionen Euro.

Klare Strukturen: Die neue Zentrale des Handelskonzerns Metro wurde im Jahr 2001 fertig gestellt. Für die Architektur verantwortlich zeichnet das Düsseldorfer Büro Eller und Eller. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf rund 30 Millionen Euro.

Transparenz als Architekturmaßstab: Besucher können den Metro-Angestellten in der Düsseldorfer Zentrale auf den Schreibtisch schauen.

Transparenz als Architekturmaßstab: Besucher können den Metro-Angestellten in der Düsseldorfer Zentrale auf den Schreibtisch schauen.

Metro-Fazit von Hadi Teherani: "Ein solides, klar strukturiertes Gebäude, das Harmonie und Zurückhaltung ausstrahlt und trotzdem repräsentativ ist. Kein Meilenstein der Architekturgeschichte, eher ein verträglicher Stadtbaustein, der nicht stört. Die Etagen wirken wie Regale, die man mit einem Gabelstapler ansteuern kann. Dieses Bild hatte sicher niemand im Kopf, aber es passt dennoch."

Metro-Fazit von Hadi Teherani: "Ein solides, klar strukturiertes Gebäude, das Harmonie und Zurückhaltung ausstrahlt und trotzdem repräsentativ ist. Kein Meilenstein der Architekturgeschichte, eher ein verträglicher Stadtbaustein, der nicht stört. Die Etagen wirken wie Regale, die man mit einem Gabelstapler ansteuern kann. Dieses Bild hatte sicher niemand im Kopf, aber es passt dennoch."