Deutsche Bank in China Faule Kredite, emsige Banker

Von der Mongolei bis zur Provinz Liaoning - die Deutsche Bank steigt in das gigantische Geschäft mit den "faulen Krediten" in China ein. Das Angebot ist reichhaltig. Insgesamt summieren sich die Not leidenden Verbindlichkeiten in der Volksrepublik auf eine halbe Billion Dollar.

Hongkong - Die Deutsche Bank  will in China in den kommenden drei bis fünf Jahren eine Milliarde Dollar in den Kauf von Not leidenden Krediten oder Vermögenswerten investieren. Dies sagte James Li, Vizepräsident in der Abteilung "Strategic Investment" der Deutschen Bank in China, der in Hongkong erscheinenden "South China Morning Post".

"Wir können die Plan-Summe von einer Milliarde Dollar nicht bestätigen, wohl aber das Interesse für ein verstärktes Engagement, insbesondere im Bereich Not leidende Immobilienkredite", sagte Deutsche-Bank-Sprecher Roland Weichert gegenüber manager-magazin.de. Durch ihre "Expertise in der Verwaltung von Sicherheiten" (Weichert) habe die Deutsche Bank gemeinsam mit Morgan Stanley  bereits Ende Mai den Zuschlag für den Kauf Not leidender Immobilienkredite in China erhalten.

Damals hatten Deutsche Bank und Morgan Stanley von der staatlichen China Construction Bank im Rahmen einer Zwangsversteigerung Immobilien im Nominalwert von 438 Millionen Dollar erworben - zum Preis von 171 Millionen Dollar. Laut Weichert sind die wichtigsten Immobilien in dem Paket das größte Einkaufszentrum in der Inneren Mongolei sowie ein Hotel in der Provinz Liaoning. Die Deutsche Bank habe die Verwaltung der Immobilien übernommen. Je nachdem, wie sich das Geschäft entwickle, sei vorstellbar, dass neue Investoren in die Projekte eingebracht werden.

Auch die Citigroup , Goldman Sachs  und General Electric  hatten mitgeboten. Der Kauf schuf einen Präzedenzfall für China: Nie zuvor waren faule Kredite in diesem Umfang an ein ausländisches Institut veräußert und mit dem chinesischen Recht in Einklang gebracht worden.

Die Summe, die für ähnliche Transaktionen in China noch zur Verfügung steht, ist gigantisch: Nach den derzeit verfügbaren Angaben sind in faulen Krediten landesweit Werte von 500 Milliarden Dollar gebündelt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.