Finanzplatz Deutschland Die große Fusionswelle

Wie sieht die deutsche Bankenlandschaft in fünf Jahren aus? manager magazin präsentiert exklusiv ein bislang geheimes Zukunftsszenario der WestLB. Demnach übernimmt der Sparkassensektor die Führung, den privaten Großbanken dagegen droht der Abstieg.

Hamburg - Wie entwickelt sich die deutsche Geldbranche bis zum Jahr 2009? Ein bislang geheimes Zukunftsszenario des WestLB-Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Gerlach gibt einen klaren Ausblick. Das manager magazin veröffentlicht den Inhalt in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (20. August) erscheint.

Demnach schaffen es die deutschen Finanzhäuser, die Neugestaltung ihrer Branche weit gehend selbst zu gestalten, der große Ausverkauf an ausländische Bankkonzerne findet nicht statt.

Dennoch wird sich nach Ansicht Gerlachs einiges ändern: Die deutsche Geldbranche wird im Jahr 2009 eindeutig vom Sparkassensektor beherrscht, den privaten Großbanken droht der Abstieg in die zweite Reihe.

Nach den Vorstellungen des WestLB-Aufsichtsratschefs bilden sich die beiden künftigen Marktführer aus dem Zusammenschluss der verschiedenen Spitzeninstitute der regionalen Sparkassenverbände heraus. Künftiger Branchenprimus, Gerlach nennt die Konstruktion "Nordwest AG", ist der Zusammenschluss von WestLB, NordLB, Bremer Landesbank, Bankgesellschaft Berlin und HSH Nordbank.

Die Nummer zwei, von Gerlach "Südost AG" getauft, entsteht durch die Fusion der BayernLB, der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der SaarLB, der Hessischen Landesbank (Helaba), der SachsenLB und der Landesbank Rheinland Pfalz (LRP).

Eine vergleichsweise günstige Prognose gibt Gerlach der Deutschen Bank . Der derzeitige Branchenprimus geht zwar im Jahr 2007 mit der Credit Suisse  zusammen. Die Konzernzentrale bleibt aber in Frankfurt. Aber selbst mit dieser Megafusion kann die Deutsche Bank ihre Spitzenposition nicht verteidigen und rutscht auf Platz vier ab.