Tui US-Fonds wollen einsteigen

Mehrere amerikanische Investmentfonds zeigen offenbar Interesse an den bislang von der WestLB gehaltenen Tui-Aktien. Laut einem Pressebericht wollen unter anderem Cerberus und Fortress den 31-Anteil übernehmen.

Hamburg - Bei der Düsseldorfer WestLB haben sich nach Angaben aus Branchenkreisen mehrere Interessenten für die Anteile am Touristikkonzern Tui  gemeldet. Es habe "Nachfragen" gegeben hieß es am Freitag in den Kreisen. Offiziell bestätigte die Bank dies nicht.

Ein WestLB-Sprecher wollte sich zudem nicht zu einem Pressebericht äußern, laut dem mehrere US-Fonds der Bank Angebote unterbreitet haben: "Wir kommentieren das nicht." In Unternehmenskreisen hieß es, der Kreis der Interessenten sei "breiter gestreut".

Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hatte zuvor berichtet, die US-Fondsgesellschaften Fortress, Cerberus und Lone Star hätten der WestLB ein Angebot unterbreitet. Alle hätten jedoch unter dem von der Bank für ihr 31-prozentiges Aktienpaket angepeilten Preis gelegen, hieß es weiter.

Verkauf wohl nicht mehr in diesem Jahr

Die Tui-Anteile werden in den Büchern der WestLB seit dem vergangenen Jahr mit 16 Euro je Aktie bewertet - nach zuvor 20 Euro je Anteilsschein. Dem Vernehmen nach seien die interessierten US-Fonds nicht bereit, einen hohen Aufschlag auf den Marktwert zu zahlen.

Der Vorstoß der Private-Equity-Gesellschaften steht nach Informationen aus Bankenkreisen nicht im Zusammenhang mit dem Kauf von Tui-Aktien durch die Morgan Stanley. Die US-Investmentbank hatte ihren Anteil am Reisekonzern zuletzt auf 10,10 Prozent erhöht.

Die WestLB ist größter Anteilseigner der Tui und will sich im Zuge ihrer Sanierungsbemühungen von dem Aktienpaket trennen. Seit mehreren Wochen gibt es Übernahmegerüchte um den Touristikriesen.

WestLB-Chef Thomas Fischer will aber nicht unter seinen Preisvorstellungen verkaufen. Er sagte der "FTD": "Bietet sich in diesem Jahr die Gelegenheit zum Verkauf unseres Anteils zu einem annehmbaren Preis, werden wir verkaufen. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das geschieht."

Derzeit sind zahlreiche Investmentgesellschaften in Deutschland auf Einkaufstour. Cerberus soll mit dem Bayer-Konzern  über den Kauf des Blutplasma-Geschäfts verhandeln. Fortress hat jüngst die Wohnungsbaugesellschaft Gagfah von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte übernommen. Beide Unternehmen galten auch als mögliche Investor bei der ING-BHF-Bank.

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