Donnerstag, 19. September 2019

US-Wahlkampf John Kerrys mächtige Helfer

Das Big Business will George W. Bush? Nicht unbedingt. Mehr als 200 Prominente aus Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen inzwischen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber John Kerry. Darunter sind auch ehemalige Bush-Fans: Ein "Who is who" derjenigen, die mit Kerry Geld verdienen und Geld für Kerry ausgeben wollen.

Washington - Unterstützer wie David Bonderman sind John Kerry am liebsten. Der einflussreiche Finanzstratege und Gründer der Investmentfirma Texas Pacific Group hat Bush im Wahlkampf 2000 geholfen, sich nun aber enttäuscht abgewandt. George W. sei "persönlich schwer in Ordnung", so Bonderman gegenüber dem Wall Street Journal. Aber seine Politik sei "einfach schrecklich". John Kerry braucht Leute wie Bondermann, um bei der Wahl am 3. November den Amtsinhaber zu schlagen.



 Warren Buffett: Die Investmentlegende mit dem feinen Gespür stieß schon früh in den Beraterkreis von John Kerry. Der Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway warnt eindringlich vor den Folgen falschen Verhaltens: "Einige Investoren haben sich wie Schafe benommen. Entsprechend wurden sie auch geschoren."  Lee Iacocca: Der ehemalige Chrysler-Chef hatte bereits den republikanischen Präsidenten Ronald Reagan scharf kritisiert, als das US-Defizit in den 80er Jahren deutlich angestiegen war. Iacocca ist ein Freund von Haushaltsdisziplin: Die Staatsausgaben, so warnte er damals, dürften nicht außer Kontrolle geraten.  Steve Jobs: Der Chef des Computerbauers Apple hatte zunächst für den demokratischen Bewerber Howard Dean gespendet. Als Dean aus dem Rennen war, rückte Jobs gemeinsam mit Warren Buffett in den Stab von John Kerrys "Economic Advisors" auf.  Barry Diller: Der Chef der börsennotierten Interactive Corporation (IAC) zählt zu den mächtigsten E-Commerce- und Medienunternehmern weltweit. Zu seinem Reich gehören Expedia, Hotels.com, Hotwire, Ticketmaster und TV Travel Shop.
 Charles E. Phillips: Der Präsident und Chefstratege des Softwareherstellers Oracle ist der zweitmächtigste Mann im Konzern hinter Larry Ellison. Das Vorhaben Kerrys, den Technologievorsprung der USA auszubauen, dürfte auch in seinem Interesse sein.  Peter Chernin: Der Chef der mächtigen News Corporation ist außerdem Vorstandschef der Fox Group. Fox News begleitet die Kerry-Kampagne jedoch mit kritischem Abstand - Rupert Murdoch, der über das Fox-Imperium wacht, ist überzeugter Anhänger von George W. Bush. Das hindert Chernin nicht daran, Bushs Bildungspolitik einen "Witz" zu nennen.  Robert Rubin: Das Vorstandsmitglied der Citigroup war unter Präsident Bill Clinton bereits Finanzminister. John Kerry hat Rubin als möglichen Nachfolger für US-Notenbankchef Alan Greenspan ins Spiel gebracht.  Eric Schmidt: Der CEO des Suchmaschinenbetreibers Google dürfte gemeinsam mit den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin durch den Google-Börsengang eine Menge Geld einstreichen. Möglich, dass Schmidt Kerrys Wahlkampfkasse leicht aufbessert: Mit 160 Millionen Dollar liegt der demokratische Bewerber noch weit hinter dem amtierenden Präsidenten (240 Millionen Dollar) zurück.

Acht von 206 Helfern:
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206 Unternehmenslenker haben sich inzwischen als Kerry-Fans geoutet. Darunter nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Steve Jobs (Apple Börsen-Chart zeigen) und Robert Rubin (Citigroup Börsen-Chart zeigen), sondern auch Leute wie Bonderman, IAC-Chef Barry Diller oder der Vorsitzende der Bank of America, Charles Gifford. Der Chef der mächtigen News Corp. Börsen-Chart zeigen, Peter Chernin, zählt ebenso dazu wie James Sinegal, Leiter der Handelskette Costco, oder Owsley Brown, Vorsitzender des Whiskey-Imperiums Brown-Forman ("Jack Daniel's"). Selbst Goldman-Sachs-Banker Robert Hormats, dessen Chef schon einige Dollar in die Wahlkampfkasse von George W. Bush investierte, meinte jüngst: "John Kerry ist gut für die Wirtschaft und daher auch gut für die Märkte".

Den Ruf als "CEO President" droht George W. Bush zu verlieren. Nicht nur, dass Bush einer der wenigen US-Präsidenten sein wird, während dessen Amtszeit die US-Börsen rückwärts marschiert sind: Viele Unternehmenslenker nehmen Bush übel, dass er zum Beispiel Fragen der Energiepolitik nur mit einer kleinen Zahl ausgewählter Bosse diskutiert habe. Der Stil des Weißen Hauses sei selbstherrlich, heißt es: Umso peinlicher für den Präsidenten, dass ausgerechnet Enron-Chef Ken Lay zu den offensivsten Förderern von Bush gehörte. Vor dem Zusammenbruch des Konzerns im Zuge des Enron-Skandals im Jahr 2001 soll Lay sogar ein möglicher Kandidat für das Finanzministerium gewesen sein.

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