Parmalat Bondi plant Klage gegen Deutsche Bank

Die Citigroup hat schon eine, nun soll es auch die Deutsche Bank erwischen: Parmalats Insolvenzverwalter will eine Schadenersatz-Klage gegen das Frankfurter Finanzinistitut einreichen. Der Vorwurf lautet auf Beihilfe zum betrügerischen Bankrott.

Mailand - Enrico Bondi, Insolvenzverwalter der Parmalat Finanziaria SpA, verklagt die Deutsche Bank . Wie das "Handelsblatt" (HB) am Montag unter Berufung auf Finanzkreise weiter berichtet, wirft Bondi der Bank Beihilfe zum betrügerischen Bankrott vor. Nachdem der Insolvenzverwalter in der vergangenen Woche bei einem US-Gericht die New Yorker Citigroup  auf 10 Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt habe, wolle er in den kommenden Monaten juristische Schritte gegen drei weitere Banken einleiten. Dabei handele es sich um die Deutsche Bank sowie die Züricher UBS  und die Bank of America .

Gegenüber manager-magazin.de sagte ein Parmalat-Sprecher, man werde die Meldung nicht kommentieren. Zur Rolle der Deutschen Bank für Parmalat erklärte der Sprecher lediglich, dass sie "über Jahrzehnte eine Menge großer finanzieller Transaktionen für Parmalat" durchgeführt habe. Die Zusammenarbeit endete jedoch zum Jahresende 2003, heute seien nur die italienische Mediobanca und die Londoner Lazard für Parmalat tätig.

Die Citigroup, das weltgrößte Finanzinstitut, habe in dem Betrugsskandal um den italienischen Konzern eine entscheidende Rolle gespielt, hieß es in der vom neuen Parmalat-Management in New Jersey eingereichten Klageschrift. Die Betrügereien seien von der Citigroup auf höchster Ebene abgesegnet worden. Einige Analysten hatten mit ähnlichen Klagen auch gegen die Deutsche Bank gerechnet.

Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte als Reaktion auf den Bericht am Montag, die Bank habe "keinen Hinweis auf juristische Schritte". Die Deutsche Bank hatte im September 2003 die letzte Anleihe des Lebensmittelkonzerns am Markt platziert. Zudem verringerte das Institut einen Tag vor der Insolvenz seine Beteiligung an Parmalat auf 1,6 Prozent von 5,2 Prozent.

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