KarstadtQuelle Radikaler Umbau steht bevor

Chef Christoph Achenbach rechnet für 2004 mit einem Verlust. Nun soll bei den Beteiligungen aufgeräumt werden. Einen Schnitt will er bei den Fitness-Studios machen. Doch auch Filialschließungen und Stellenabbau stünden bevor, sagt der Manager.

Essen - "Die dringenden Bereinigungs- und Restrukturierungsnotwendigkeiten müssen und wollen wir bilanziell verarbeiten. Einmal. Im Jahr 2004", sagte Christoph Achenbach, der neue Chef von KarstadtQuelle , der "Welt am Sonntag".

Der Chef des größten europäischen Warenhauskonzerns kündigte vor der Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Geschäftsquartal am Mittwoch an, "dass unser Ergebnis in diesem Jahr rot sein wird". Sehr viel anders wird es wahrscheinlich auch im dritten Quartal nicht aussehen. Doch bis dahin muss klar sein, wo aufgeräumt werden soll.

"Ein paar Verträge aus der Vergangenheit", so Achenbach, "sind, ich will es mal vorsichtig formulieren, nicht besonders glücklich für uns." Der Konzernchef will nun einen Schnitt bei den Fitness-Studios machen und die Gruppe verkaufen. "Sie gehören nicht zum Kerngeschäft", sagt Aschenbach.

4000 Stellen gefährdet

Nach seiner Einschätzung gehe es mittlerweile nicht mehr allein um die Existenz der Karstadt Warenhaus AG, sondern um die Überlebensfähigkeit des gesamten Konzerns, berichtete das Blatt. Filialschließungen und Stellenabbau stünden bevor, wobei schon jetzt eine erste Hochrechnung zeige, dass bis 2006 rund 4000 Mitarbeiter gehen sollen, heißt in der Zeitung.

Ebenfalls auf dem Prüfstand stehe das Joint Venture mit der US-Kaffeehauskette Starbucks in Deutschland. "Entweder wir einigen uns mit den Amerikanern auf eine für beide Seiten vernünftige Lösung, oder wir gucken, dass wir einen vernünftigen Ausstieg hinkriegen", sagte Achenbach der Zeitung.

Einen Verkauf des Sportsenders DSF schloss der KarstadtQuelle-Chef in diesem Jahr aus. Laut Vertrag gingen bis Mitte 2005 Veräußerungsgewinne an den Insolvenzverwalter der KirchGruppe gingen. "Wir werden Mitte nächsten Jahres über unsere Beteiligung entscheiden."

Lediglich zur Tourismus-Beteiligung am ebenfalls defizitären Thomas-Cook-Konzern gab es ein klares Bekenntnis. "Wir [...] werden zusammen mit der Lufthansa die Sanierung begleiten", sagte Achenbach.