KarstadtQuelle Rot gefleckte Landkarte

Die Misere in der Kaufhaus-Sparte wird immer deutlicher: Fast jedes siebte der 180 Warenhäuser schreibt rote Zahlen. Das Unternehmen, das jüngst einen verschärften Sparkurs ankündigte, will jetzt "einige der Filialen überprüfen".

Essen - Von den bundesweit 180 Kaufhäusern des KarstadtQuelle -Konzerns schreiben nach Angaben des Unternehmens knapp 15 Prozent rote Zahlen. Warenhaus-Chef Helmut Merkel sagte dem Magazin "Focus", es gebe allerdings kein Programm zu Filialschließungen.

"Wir sind aber dabei, einige unserer Filialen zu überprüfen", fügte Merkel hinzu. Nach Informationen des "Focus" befinden sich auf dieser "Projekt-Liste" rund zwei Dutzend Häuser. Merkel wies Berichte zurück, wonach besonders viele kleinere Karstadt-Häuser Geld verlören. "Ob ein Haus rentabel ist oder nicht, hat nichts mit Größe zu tun."

Von den 180 Häusern gelten laut dem Bericht innerhalb des Konzerns nur 105 als klassische Warenhäuser mit einer ausreichend großen Fläche für ein Vollsortiment. Für die restlichen Standorte setzt der Konzern auf ein Kompaktmodell mit spezialisiertem Angebot. In beiden Gruppen befinden sich laut Merkel jeweils 13 Verlustobjekte.

Insgesamt beschäftigt die Karstadt Warenhaus AG derzeit 47.000 Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen sind es 37.500 Arbeitsplätze. Angesichts anhaltender Umsatzrückgänge hatte der neue Konzernchef Christoph Achenbach Anfang Juli einen verschärften Sparkurs angekündigt. Wesentlicher Bestandteil ist das Ziel, bis Ende 2006 in den 180 Warenhäusern und 32 Sporthäusern rund 4000 Vollzeitstellen abzubauen. Dadurch will das Essener Unternehmen jährlich 145 Millionen Euro einsparen.

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