BMW Rekordjäger aus München

Der Autobauer sieht sich nach dem stärksten Halbjahr der Firmengeschichte weiter auf Rekordkurs. Im Juni verbuchte BMW das vierte Mal in Folge ein prozentual zweistelliges Absatzplus.

München - Mit einem Absatzplus von 17,4 Prozent hat BMW  in den ersten sechs Monaten 2004 nochmals das Wachstumstempo gesteigert. Damit schnitten die Münchener klar besser ab als der Konkurrent Mercedes, der aktuell auf Grund von Modellwechseln die Zurückhaltung der Käufer spürt.

"Wir werden auch im zweiten Halbjahr ordentlich zulegen", kündigte BMW-Vertriebschef Michael Ganal am Mittwoch an. Das Verkaufsplus werde sowohl von den angestammten Baureihen als auch den zum Jahreswechsel gestarteten neuen Modellen X3 und 6er getragen, die bei den Kunden auf eine "hervorragende Resonanz" stießen. "Damit ist das erste Halbjahr 2004 das erfolgreichste in der Geschichte der BMW Group."

Im Juni verbuchte BMW das vierte Mal in Folge ein prozentual zweistelliges Absatzplus und steigerte den konzernweiten Verkauf der Marken BMW, Rolls-Royce und Mini auf 113.886 (Vorjahresmonat 96.986) Fahrzeuge. Die Kernmarke BMW schaffte mit 97.865 Einheiten sogar einen Anstieg von knapp 20 Prozent.

Die BMW-Aktie konnte davon allerdings nicht sonderlich profitieren, sie notierte gegen Mittag in einem leicht schwächeren Gesamtmarkt nur 0,1 Prozent im Plus bei 35,30 Euro.

Mini-Nachfrage wächst weiter

Niemals zuvor in seiner 75-jährigen Automobilgeschichte hat der Konzern so viele neue Modelle auf den Markt gebracht wie zuletzt. Mit dem neuen 1er, der ab September verkauft wird, führen die Münchener die zehnte Baureihe ein. BMW drängt damit in die Kompaktklasse und will so etwa dem VW-Golf und dem Audi A3 Konkurrenz machen.

Bereits Mitte 2003 startete der neue 5er, auf ihn folgten der kleinere Geländewagen X3 und das Luxus-Coupé 6er. Bald wird zudem die Cabrio-Variante des Mini in den Verkauf gehen.

Während das vergangene Jahr noch von den Vorleistungen für die neuen Modelle geprägt war, erntet der Konzern nun die Früchte seiner Investitionen. 2004 will BMW das beste Ergebnis der Firmengeschichte verbuchen und beim Absatz ebenfalls Spitzenwerte erzielen. Für das kommende Jahr haben die Münchener bereits ebenfalls einen Verkaufsrekord in Aussicht gestellt - und dies, obwohl 2005 der Modellwechsel beim Hauptabsatzträger 3er ansteht.

Einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", wonach die überarbeitete Baureihe im April oder Mai in den Verkauf gehen wird, kommentierte der Konzern nicht.

3er-Verkäufe gehen zurück

3er-Verkäufe gehen zurück

Wie bei Automobilen am Ende des Lebenszyklus üblich, lassen die Verkäufe beim 3er bereits nach. So wurde per Ende Juni ein Rückgang von 13,4 Prozent auf 279.444 Fahrzeuge verbucht - ein Wert, mit dem BMW nach eigenen Angaben aber noch äußerst zufrieden ist.

Vom X3 verkaufte der Konzern im ersten Halbjahr 32.275 Exemplare, von 6er-Coupé und -Cabrio 10.575 Einheiten. Auch der Roadster Z4 legte nochmals um 3,4 Prozent zu. Ebenfalls ungebrochen scheint die Nachfrage nach dem britischen Kleinwagen Mini: Hier wurde im Juni ein Absatzplus von 4,8 Prozent verbucht, in den ersten sechs Monaten ergibt sich ein Zuwachs von fast 6 Prozent.

Per Ende Juni brachte BMW den Angaben zufolge mit konzernweit 590.983 Einheiten 8,5 Prozent mehr Fahrzeuge an die Kunden als im Vorjahr. Vom Mini wurden in dem Zeitraum insgesamt 95.168 Fahrzeuge verkauft. Ganal sagte, der Mini sei ein Volltreffer. Immer mehr Kunden entschieden sich für ein Premium-Auto, ohne dass dies zwangsläufig ein großes Auto sein müsse.

Vom Rolls-Royce Phantom verkaufte der Konzern im Juni 49 Automobile, im ersten Halbjahr insgesamt 319. Bei den Motorrädern stieg die Zahl der verkauften Fahrzeuge im abgelaufenen Monat um 12 Prozent auf 10.538 Fahrzeuge. Von Januar bis Juni wurden nur 48.570 BMW-Motorräder abgesetzt - fast 6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Insgesamt konnte BMW damit deutlich stärker zulegen als der Stuttgarter Erzrivale, die DaimlerChrysler-Tochter Mercedes Car Group. Diese hatte am Dienstag für Juni dank kräftiger Zuwächse beim Kleinwagen Smart zwar einen Anstieg des Gruppenabsatzes um 2 Prozent auf 105.700 Einheiten ausgewiesen. Die Nobelmarke Mercedes selbst musste hingegen einen Verkaufsrückgang von 1,8 Prozent vermelden.

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