Volkswagen Mehr Macht für die Marken

Europas größter Autobauer Volkswagen reagiert mit einem Umbau seines Vertriebs auf die anhaltend schwache Autokonjunktur. Die operative Verantwortung soll künftig stärker bei den einzelnen Marken liegen.

Wolfsburg - Konzernchef Bernd Pischetsrieder sagte am Donnerstag, die Marken müssten sich eigenständig auf ihre Kunden und Produkte konzentrieren können. "Die Neuausrichtung führt zu einem besseren Ausbalancieren von Marken- und Konzerninteressen." Zu den Marken von Volkswagen zählen unter anderem VW, Audi, Seat und Skoda.

Aus VW-Kreisen hieß es am Donnerstag, die schwierige Autokonjunktur habe eine Menge an strukturellen Problemen bei Volkswagen  hoch kommen lassen. Die geplante "Entzerrung" und "Konzentration" solle vor allem die Marke VW stärken, die bisher auch personell eng mit der Konzernebene verwoben war. Es habe mitunter eine "unklare Aufgabenverteilung" gegeben, hieß es.

Wie Volkswagen mitteilte, werden künftig auf Konzernebene Vertrieb und Marketing markenübergreifend koordiniert. Dies umfasse unter anderem den Mehrmarken-Vertrieb an Großkunden, den zentralen Vertrieb der Originalteile und die Steuerung von Kundendienstfunktionen.

Veränderungen in der Chefetage

Im Zuge des Umbaus kommt es zu mehreren Veränderungen in der VW-Führungsetage. So übernimmt der 57-jährige Georg Flandorfer als Mitglied des Markenvorstands die Verantwortung für den Vertrieb der Marke VW von Detlef Wittig (62), der zum 1. Oktober als neuer Vorstandschef zu Skoda wechselt.

Volkswagen war miserabel in das laufende Jahr gestartet. Im ersten Quartal brach der Gewinn unter dem Strich um fast 90 Prozent auf nur noch 26 Millionen Euro ein. Nur die ertragsstarke Finanzsparte bewahrte die Wolfsburger vor einem Verlust.

Bereits 2003 war der Gewinn massiv eingebrochen. Volkswagen hatte daraufhin angekündigt, bis Ende 2005 insgesamt rund 4 Milliarden Euro einsparen und weltweit rund 5000 Stellen streichen zu wollen.

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