KarstadtQuelle Bei Starbucks brodelt's

Mit Kaffee und Muffins macht KarstadtQuelle offenbar ein nicht annähernd so gutes Geschäft, wie es sich Ex-Konzernchef Wolfgang Urban vor drei Jahren ausrechnete. Nun ist der Verlustbringer Starbucks auf dem Prüfstand. Eine baldige Scheidung scheint möglich.

Düsseldorf - Der Handelskonzern KarstadtQuelle  will nach "Handelsblatt"-Informationen einen Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Kaffeehaus-Kette Starbucks  prüfen. Die Prüfung solle bis Mitte August abgeschlossen werden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf dem Aufsichtsrat nahe Kreise.

Gegenüber manager-magazin.de sagte Konzernsprecher Jörg Howe, dass die "100 Tage Bestandsaufnahme" erst später abgeschlossen werden, so dass für Anfang Oktober ein Maßnahmenkatalog im Plan stehe. Zu der Meldung, dass eine Trennung von Starbucks absehbar sei, sagte Howe lediglich: "Bei uns steht alles auf dem Prüfstand."

Die Starbucks-Kette habe allerdings in diesem Jahr ein zweistelliges Umsatzwachstum erreicht, das nicht allein auf die Eröffnung neuer Filialen zurückzuführen sei. Man liege damit "voll im Plan". Später meldete der Konzern, eine "überwiegende Zahl" der Kaffee-Shops arbeite profitabel. Zudem würden "in der näheren Zukunft" 15 weitere Filialen in Deutschland eröffnet, zwölf davon noch in diesem Jahr. Auf Basis des heutigen Geschäftsmodells sei der Breakeven für 2007 geplant.

Der neue Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff hatte kürzlich die Order erteilt, alle Verlustbringer des Konzerns einer strengen Analyse zu unterziehen - dazu gehört offenbar auch das Joint Venture mit dem US-Unternehmen, das im Herbst 2001 unterzeichnet wurde.

KarstadtQuelle kann nicht an Dritte verkaufen

Es wird allgemein erwartet, dass Vorstandschef Christoph Achenbach auch einige weitere der von seinem Vorgänger Urban zusammengekauften Randaktivitäten wie den Sportsender DSF überprüft. Vor drei Jahren hatte Urban den Deal angeblich während einer Golf-Partie mit Starbucks-Mitgründer Howard Schultz in Seattle eingefädelt.

Brancheninsider meinen, dass heute nur wenige der 31 deutschen Starbucks-Häuser rentabel sind - woran auch angeblich hohe Lizenzgebühren, die KarstadtQuelle an die US-Kette überweist, schuld sein sollen. An Dritte könne KarstadtQuelle den Geschäftsanteil an Starbucks nicht veräußern. Für den Fall einer Trennung sei die Übernahme der Filialen durch das US-Mutterhaus vertraglich festgeschrieben, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen Starbucks-Manager.

Bleiben die Amerikaner bei ihren Forderungen, könnte es zum Bruch kommen. Der Gewinner hieße dann allerdings der einstige Börsen-Highflyer Starbucks. "Sollte es bei Karstadt Probleme mit der Weiterführung der Lizenz geben", verrät ein ehemaliger Starbucks-Manager, "übernimmt das amerikanische Mutterhaus den Geschäftsanteil." An Dritte könne KarstadtQuelle die Beteiligung nicht verkaufen.

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